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Probleme im Umfeld des Klinikums Anwohner am JHD Deichhorst klagen über Fremdparker

Von Thomas Breuer | 08.11.2016, 18:38 Uhr

Seit am JHD Deichhorst nahezu das komplette Personal auch des früheren Josef-Stifts tätig ist, hat nach Angaben von Anwohnern benachbarter Wohnstraßen die Zahl der Fremd- und Dauerparker zugenommen. Das bringe Probleme mit sich.

Heinz-Jürgen Mäkeler ist einer von denen, die genervt sind. Seit der komplette Krankenhausbetrieb in Delmenhorst zum 1. Juli laufenden Jahres bis voraussichtlich 2020 nach Deichhorst verlagert wurde, ist die Haydnstraße, an der er zuhause ist, immer mehr zur Parkstraße geworden. Entlang der kleinen Wohnstraße sei es für die Anwohner und deren Besucher tagsüber mitunter unmöglich, eine Stellfläche zu finden.

„Was geht dich das an?“

Zudem seien die Fremdparker wenig rücksichtsvoll. Eine freundliche Ansprache oder auch bereits erprobte schriftliche Hinweise, doch lieber die Parkstreifen an der parallelen Mozartstraße zu nutzen, haben laut Mäkeler nicht gefruchtet. Wohl, weil der Weg bis zum Krankenhaus dann 100 Meter länger werden würde, mutmaßt er. Entgegnungen wie „Was geht dich das an?“ oder „Hier ist kein Parkverbot“ seien die Regel.

Mäkeler sieht die Stadt in der Verantwortung, eine verträgliche Regelung zu finden, und hat Mitte Oktober ein entsprechendes Schreiben, in dem er die Situation, ergänzt durch Fotos, schildert, an die Verwaltung gerichtet. Einen Lösungsvorschlag hat er gleich angefügt: eine Begrenzung der Parkzeit auf vielleicht zwei Stunden entlang der Wohnstraße. Damit könnten die Anwohner gut leben. Dauerparker würden verbannt, aber wer dort zuhause sei, könnte dann relativ sicher immer einen Parkplatz wenigstens zum Be- oder Entladen seines Fahrzeugs finden. Eine Antwort der Verwaltung an ihn stand am Dienstag noch aus.

Kehrmaschinen können Arbeit nicht verrichten

Durch das „Zuparken“, sagt auch Anwohnerin Ingrid Rinner-Kühn, sei es nicht nur für die Anwohner, sondern auch für diejenigen am Steuer von Müllfahrzeugen und Kehrmaschinen schwierig geworden. Britta Fengler, Sprecherin der Stadtwerkegruppe, bestätigt dies: „Es ist richtig, dass wir schon seit längerem feststellen, dass in Stichstraßen, die vom Hundertsten Weg abgehen, häufig Fahrzeuge so abgestellt werden, dass wir nur schwer oder gar nicht reinigen können.“ Auch die Wendeflächen würden häufig als Parkplätze genutzt – was im Fall Haydnstraße aber auch nicht verboten ist.

Carsten Hoffmann, Betriebsleiter der Delbus, sieht hingegen für den Hundertsten Weg an sich keine neue Problematik. Die Busfahrer, die dort verkehren, seien schon seit Jahren „leidgeprüft“, durch die Straßenoberfläche und parkende Autos.

Krankenhaus hält 337 Parkplätze vor

Das JHD Deichhorst selbst hält am Krankenhaus 337 Parkplätze vor. Besucher müssen für deren Nutzung ebenso zahlen wie Mitarbeiter. Letztere können laut Sprecherin Jasmin Nowak aber stark vergünstigt parken – für sechs Cent pro halber Stunde.

Die Gebühren, mutmaßt Mäkeler, seien dennoch offensichtlich auch für Mitarbeiter ein Grund, ihre Fahrzeuge lieber im benachbarten Wohnumfeld abzustellen. Dass etliche nicht JHD-Besuchern gehörten, sei an den immer gleichen Kennzeichen zu sehen.

Stadt verweist auf Pflicht des Krankenhauses

Seitens der Stadtverwaltung heißt es auf Nachfrage, bereits vor einigen Wochen sei die Parkraumüberwachung nahe des JHD-Standorts Deichhorst intensiviert worden. Zudem sagt der zuständige Fachdienstleiter Hendrik Abramowski: „Der Betreiber des Krankenhauses ist in der Pflicht, bedarfsgerechte Stellplatzzahlen für Beschäftigte, Besucher und so weiter anzubieten“.