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Projekt an Grundschulen Kinder erzählen von ihrem Weg nach Delmenhorst

Von Kristina Müller | 31.03.2017, 18:15 Uhr

Von Syrien über die Türkei bis hin nach Deutschland läuft Drittklässler Ayhan seinen Fluchtweg noch einmal ab. Dieses Mal aber nur sinnbildlich – in der Aula der Hermann-Allmers-Grundschule in

„Auf dem Weg nach Deutschland“ heißt ein neues Projekt im Rahmen der Sozialarbeit an Schulen von der Delmenhorster Jugendhilfe-Stiftung. Gestartet wurde letzten Monat in der Astrid-Lindgren-Schule. Nun dürfen sich auch die Drittklässler der Hermann-Allmers-Schule einen Vormittag lang mit dem kulturellen Hintergrund ihrer Mitschüler auseinandersetzen.

Das Ziel sei, gemeinsam mit den Kindern herauszuarbeiten, was sie im Schulalltag dafür tun können, um Kinder, die neu ankommen, zu unterstützen und zu integrieren, wie Sabine Wolff, Sozialpädagogin an der Astrid-Lindgren-Schule, sagt.

Den Weg nach Deutschland zeigen

Auf einer nachgebildeten Karte mit aus Stoff ausgeschnittenen Ländern stellten die Kinder, deren Familien aus dem Ausland nach Deutschland gekommen sind, ihren Weg nach. Dabei gaben die beiden Sozialpädagoginnen Sabine Wolff und Lea Heitmann von der Hermann-Allmers-Schule den Kindern zur Veranschaulichung Modelle von Fortbewegungsmitteln wie Autos und Busse an die Hand, um so auch die sprachlichen Barrieren zu überwinden.

„So sollen die Kinder dafür sensibilisiert werden, aus welcher Lebenswelt ihre Mitschüler kommen“, erklärt Wolff. Während die Kinder nämlich darüber berichteten, wo sie herkommen, welche Distanz sie mit welchen Transportmitteln zurückgelegt haben und aus welchen Gründen sie nach Deutschland gekommen sind, sollten sie dabei auch ihre Gefühle mitteilen.

Gemeinsamkeiten entdecken

„Die Kinder sind schon stolz, wenn sie ihre Geschichte erzählen können. Das geht im Schulalltag einfach unter“, betont Wolff. Während an der Astrid-Lindgren-Schule laut Wolff ein Drittel der Schüler aus Flüchtlingsfamilien stammen, sind es an der Hermann-Allmers-Schule überwiegend Spätaussiedler-Kinder.

Dennoch erkennen die Schüler untereinander doch einige Parallelen und Gemeinsamkeiten, wie beispielsweise Deutschland als gemeinsamer Geburtsort, so Wolff.

Geplant sei zudem, das Angebot flächendeckend für alle Delmenhorster Grundschulen auszuweiten.