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Projekt aus Hasbergen erfolgreich Delmenhorst: Flüchtlinge profitieren von Fahrradspenden

Von Katja Butschbach, Katja Butschbach | 12.02.2016, 07:36 Uhr

Drei minderjährige Flüchtlinge, die von der Delmenhorster Jugendhilfestiftung betreut werden, profitieren von einer Spendenaktion: Sie haben jetzt Fahrräder bekommen. Zwei Hasberger haben das Projekt ins Leben gerufen.

Der 16-jährige Milad aus Afghanistan dreht mit seinem neuen Fahrrad eine Runde durch Hasbergen. „Gut!“, ruft er fröhlich, als er wieder da ist. Er ist mit Andreas Borchardt von der Delmenhorster Jugendhilfestiftung bei Gudrun Schumacher und Michael Heintze zu Gast, die im Dezember einen Aufruf für Fahrradspenden für Flüchtlinge gestartet haben und sich seitdem für das Projekt engagieren.

„Nicht nur Sprache sollte mobil sein“

Insgesamt holen sich an diesem Mittwoch drei unbegleitete minderjährige Flüchtlinge Fahrräder bei der Familie ab. „Was hier in Delmenhorst und Umgebung für minderjährige Flüchtlinge beigebracht wird, ist vorzeigbar“, sagt Borchardt. Die Fahrräder ermöglichten es den Jugendlichen, zum Fußball, zu Freunden oder zur Schule zu kommen. „Nicht nur die Sprache sollte mobil sein“, meint Borchardt. Bei der Jugendhilfestiftung gibt es vier Wohnplätze für minderjährige Flüchtlinge. Die jungen Flüchtlinge leben dort vorübergehend.

Fahrradkurs für Frauen in Planung

Gudrun Schumacher und Michael Heintze hatten ihr Projekt für die Diakonie zunächst mit der Idee begonnen, für Flüchtlinge in der Unterkunft an der Weverstraße Räder zu sammeln, die dann verliehen werden sollten. Aus organisatorischen Gründen sei diese Idee erst einmal verschoben worden. In Planung ist auch ein Fahrradkurs für Flüchtlingsfrauen.

Stadt stellt Schlösser

Aktuell sind Michael Heintze und der Flüchtling Mazen Alasaad unterwegs und holen Fahrräder bei den Spendern ab. „Ich habe am Telefon die Logistik gemacht“, berichtet Gudrun Schumacher. Mit im Team ist auch Horst Maaß aus der Kirchengemeinde, der die Räder betriebsbereit und verkehrssicher macht. Die Stadt stelle Schlösser für die Fahrräder zur Verfügung.

Zuzug in der Nachbarschaft brachte Idee

Anlass für die Hilfe der Hasberger war, dass eine elfköpfige Flüchtlingsfamilie in die Nachbarschaft zog. In Hasbergen gab es ein Nachbarschaftsessen, und es wurde eine Möbelspende für die Familie organisiert. „Sie ist eine ganz große Bereicherung für uns, für dieses Dorf“, erklärt Heintze. Man habe sich einfach zusammengesetzt und überlegt, wie man helfen könne.

Für die Jugendhilfestiftung ist Hilfe, wie die aus Hasbergen, wichtig – insgesamt soll sie acht Räder bekommen; 20 haben die Helfer insgesamt bereits gesammelt. „Als Stiftung hat man es nicht so locker“, sagt Borchardt.

Weitere Räder gesucht

Die Flüchtlinge, mit denen er in Hasbergen war, kommen aus Syrien und aus Afghanistan. „Ich bin in Deutschland allein“, sagt Janrasol, der aus Afghanistan geflohen ist.

Schumacher und Heintze wollen auch an unbegleitete minderjährige Flüchtlinge spenden, die im Wichernstift leben. Teilnehmer von Sprachkursen in Delmenhorst sollen ebenfalls profitieren. Deshalb werden weitere Räder für Flüchtlinge gesucht.

Schumacher und Heintze zeigen sich begeistert von der Hilfsbereitschaft der Bürger – aus ganz Delmenhorst, aber auch aus Harpstedt und aus Bookholzberg kommen die Spender. „Wir haben so viele so nette Leute getroffen.“