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Projekt der Jugendhilfe Delmenhorster Schüler werden zu Filmemachern

Von Merlin Hinkelmann | 28.04.2017, 15:44 Uhr

Ein Drehbuch entwickeln, eine eigene Kulisse bauen, filmen und schneiden: Die Schüler der Klasse 6b der Oberschule Süd werden in diesen Tagen zu Filmemachern. Ein Projekt der Jugendhilfe-Stiftung, bei dem die jungen Menschen Teamwork aus einer anderen Perspektive lernen.

Josua schiebt die kleine Lego-Figur ein paar Millimeter zur Seite. Dann drückt er auf den Auslöser seines Smartphones. Klick. Seit drei Wochen ist der zwölfjährige Schüler der Oberschule Süd Filmemacher – genauso wie seine Mitschüler. Im Rahmen des Sozialtrainings nimmt die Klasse 6b in diesen Tagen an einem Trickfilmprojekt der Delmenhorster Jugendhilfe-Stiftung teil. Dabei lernen die Schüler, wie es an einem Filmset abläuft. Von der Entwicklung eines Storyboards übers Filmen bis hin zur Postproduktion: „Die Klasse ist ganz auf sich gestellt, wir geben nur wenig vor“, erklärt Sozialpädagogin Evke Evers-Feige, die das Projekt begleitet. Ihr Ansatz: „Durch die Gruppenarbeit sollen die Schüler lernen zusammenzuarbeiten. Niemand soll außen vor bleiben.“ Teamwork lautet das Stichwort.

Kameramann begleitet das Projekt

Über eine Smartphone-App nehmen die Schüler Bilder von ganz unterschiedlichen Szenen auf. Die App fügt die Fotos am Ende zu einem Video zusammen. „Das macht wirklich Spaß“, meint Josua und deutet auf ein Notizbuch, das aufgeschlagen auf dem Tisch liegt. „Unser Drehbuch“, sagt er stolz. „Es geht um einen Jungen, der mit dem Fahrrad verunglückt und im Krankenhaus landet.“ Die Geschichte erzählen die Schüler – ganz simpel – mit Lego-Figuren. Unterstützung bekommen die angehenden Filmemacher von einem echten Profi. Tony Tonagel ist gelernter Kameramann und Schulassistent. Er erklärt den Schülern, worauf es beim Filmen ankommt. „Viele gehen einfach ins Kino, machen sich aber keine Vorstellung davon, wie aufwendig so ein Film eigentlich ist. Hier bekommen sie einen ganz kleinen Eindruck davon.“

Schüler lernen Kreativität und Scheitern

Tonagel ist von der Idee hinter dem Projekt überzeugt: „Die Schüler lernen, mit dem Faktor Zeit umzugehen. Sie erfahren, wie es ist, kreativ zu sein und auch mal zu scheitern.“ Dem schließt sich Klassenlehrerin Nadya Tallih an. Die gesamte Klasse hätte bisher viel Engagement gezeigt. „Der Anfang war ein wenig schwer, doch jetzt blühen die Kinder richtig auf.“