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Projekt des Amtsgerichts Delmenhorst Schulschwänzern soll Jugendarrest erspart bleiben

Von Dirk Hamm | 20.03.2018, 19:16 Uhr

Mit einem neuen Ansatz möchte das Amtsgericht Delmenhorst in Zukunft die Fälle, in denen hartnäckige Schulverweigerung Arbeitsauflagen und im schlimmsten Fall gar Jugendarrest nach sich ziehen, möglichst vermeiden.

Das hat Amtsgerichtsdirektor Dr. Detlev Lauhöfer bei der Vorstellung des Geschäftsberichts 2017 am Dienstag angekündigt. Das Projekt soll im Mai anlaufen.

Damit überträgt Lauhöfer Erfahrungen aus seiner vorherigen Wirkungsstätte Wildeshausen, wo er bis Herbst 2017 als Amtsgerichtsdirektor amtierte, auf den Amtsgerichtsbezirk Delmenhorst. „Wir haben in Delmenhorst viele Verfahren, in denen wir gegen Schulverweigerer Arrest verhängen, ohne dass der pädagogische Aspekt behandelt wird“, sagte Lauhöfer.

Instrumente des Familiengerichts sollen genutzt werden

Das soll sich künftig ändern, indem das Familiengericht zwischengeschaltet wird, wenn jugendliche Dauerschulschwänzer ab 14 Jahren ein gegen sie verhängtes Bußgeld nicht bezahlen und von der Stadt Delmenhorst oder der Gemeinde Ganderkesee das Amtsgericht bemüht wird.

Bisher kommt auf die Schulverweigerer in solchen Fällen eine Auflage von 25 Stunden gemeinnütziger Arbeit, im nächsten Schritt dann ein bis zu einwöchiger Arrest in der Jugendarrestanstalt Verden zu. In Zukunft soll der „Schlenker über das Familiengericht“, so Lauhöfer, ermöglichen, der meist auf psychosozialen Ursachen beruhenden Schulverweigerung mit dem geeigneten Instrumentarium des Sorgerechts zu begegnen.