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Protest gegen Gewalt an Frauen 100 Demonstranten auf Delmenhorster Bismarckplatz

Von Frederik Grabbe | 24.01.2016, 17:45 Uhr

Sie demonstrierten für eine Einführung einer Flüchtlingsobergrenze und gegen Gewalt an Frauen: Auf dem Bismarckplatz haben sich am Sonntagnachmittag rund 100 Menschen versammelt. Die Versammlung ging unter anderem auf die Übergriffe auf Frauen in Köln zurück.

Rund 100 Menschen haben sich am Sonntagnachmittag für zwei Stunden auf dem Bismarckplatz versammelt und für eine Flüchtlingsobergrenze demonstriert. Sie trugen beschriftete Banner vor der Bismarckstraße zu Schau, auf denen Sätze wie „Wir haben Angst um unsere Kinder“, „Sichere Grenzen, sichere Heimat“, „Macht endlich die Grenzen dicht“ oder „Wir sind gegen Gewalt an Frauen“ standen. Die Versammlung war laut Polizei nicht angemeldet worden, gab der wachhabende Dienststellenleiter auf Anfrage an.

Angst vor Flüchtlingen in der Oberschule Süd

Hintergrund waren die zu Silvester begangenen Übergriffe auf Frauen in Köln und eine angebliche Vergewaltigung einer 13-Jährigen russlanddeutscher Abstammung in Berlin durch Migranten. Die Berliner Polizei selbst hat einen Vermisstenfall bestätigt, eine Entführung oder Vergewaltigung soll es aber nicht gegeben haben. Die Delmenhorster Demonstranten, die meisten waren russlanddeutscher Abstammung, gingen trotzdem von einer vollstreckten Tat durch arabisch-stämmige Einwanderer aus. „Bald sollen Flüchtlinge in die Oberschule Süd ziehen. Ich habe Angst um meine Tochter“, sagte eine Frau. „Wir protestieren gegen eine Politik der offenen Grenzen. Kriminelle Migranten müssen des Landes verwiesen werden“, sagte ein Mann. Flüchtlinge aus Krisengebieten seien den Demonstranten willkommen. Doch nach ihrer Ansicht werde häufig Missbrauch betrieben, indem etwa auch Nicht-Syrer ohne Pass Asyl beantragten. Erst vor einer Woche hatten syrische Flüchtlinge in der Innenstadt ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen gesetzt. 

 (Weiterlesen: Kommentar – Gegen die Pauschalisierung) 

„Wenn die Polizei nicht reagiert, reagieren wir“

„Mit der Versammlung wollen wir zeigen, dass wir wie eine Faust zusammenstehen und die Eigenen beschützen“, sagte ein anderer. Besonders wurde ein angebliches Nicht-Handeln der Polizei bei Straftaten mit Flüchtlingshintergrund bemängelt. „Wir sind deutsche Russen aus Delmenhorst. Wenn die Polizei nicht reagiert, reagieren wir“, sagte ein Mann. Gleichwohl betonten Teilnehmer der Demonstration, zu denen Menschen aller Altersklassen zählten, friedlich protestieren zu wollen. Kritisiert wurden auch Sozialleistungen an Flüchtlinge, die als ungerecht empfunden wurden. „Wir sind selbst vor Jahren eingewandert und haben uns integriert, haben Arbeit und zahlen Steuern“, sagte ein Mann.

 (Weiterlesen: Angebliche Vergewaltigung: Hunderte Demonstranten in Osnabrück)