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Protest in Delmenhorst JHD-Mitarbeiter häufen über 50.000 Überstunden an

Von Jan Eric Fiedler, Jan Eric Fiedler | 12.05.2016, 18:12 Uhr

Zum Tag der Pflegenden haben Mitarbeiter des Josef-Hospitals Delmenhorst (JHD) auf die Unterfinanzierung der Krankenhäuser sowie den damit einhergehenden Personalmangel und die dauerhafte Überlastung des Personals hingewiesen. Sie folgten damit einem Aufruf der Gewerkschaft ver.di.

„Über 50.000 Überstunden haben die Mitarbeiter beider Standorte des Josef-Hospitals Delmenhorst. Ein Ausgleich dieser Stunden in Freizeit ist bei der aktuellen Besetzung, die wie in anderen Krankenhäusern insbesondere im Pflegebereich dünn ist, nur schwerlich möglich“, teilt das Krankenhaus mit. Eine Auszahlung sei nach steuerlichen Abzügen für die Beschäftigten oft unattraktiv. „So türmt sich Stunde um Stunde auf einem wahren Überstundenberg auf. Anhand dieser Überstunden wird der Personalmangel besonders deutlich“, heißt es in der Mitteilung.

162.000 Stellen in Krankenhäusern nicht besetzt

Laut ver.di muss eine Pflegekraft in einem deutschen Krankenhaus rund 10,3 Patienten versorgen. Nach Angaben der Gewerkschaft sind 162.000 Stellen in Krankenhäusern nicht besetzt, davon allein 70.000 in der Pflege. Über alle Berufsgruppen hinweg werde aktuell in jedem Krankenhaus bis an die Grenze der Belastbarkeit gearbeitet und zusätzlich Überstunden geleistet. „Eine Veränderung dieser Situation, an dieser Stelle sind sich Gewerkschaften und Arbeitgeber einig, ist nur durch eine gesetzlich festgelegte und finanzierte Personalquote möglich“, teilt das JHD mit.