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Prozess am Landgericht Oldenburg Delmenhorster soll Ex-Partnerin vergewaltigt haben

Von Ole Rosenbohm | 15.05.2017, 19:27 Uhr

Eine Vergewaltigung innerhalb einer Delmenhorster Familie verhandelt seit Montag das Landgericht Oldenburg. Das frühere Paar stritt schon mehrfach vor Gericht.

In einer Nacht Ende Februar 2016 soll der 26-jährige Angeklagte seine Ex-Partnerin in deren Delmenhorster Wohnung vergewaltigt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm zudem vor, die Frau misshandelt, gedemütigt und sogar mit dem Tode bedroht zu haben. Als er betrunken in die Wohnung kam, eskalierte die Situation laut Anklageschrift sofort: Er habe sie mit der Faust ins Gesicht geschlagen, ihren Schlafanzug zerrissen, sie gewürgt. „Einer von uns beiden muss jetzt sterben“, soll er gedroht haben. Auch wenn sich die Frau laut Anklage losreißen konnte, hatte sie wohl keine Chance zur Flucht – schon, um das gemeinsame, kleine Kind nicht alleine zu lassen. Die sexuellen Handlungen sollen sich erst im Bad, später im Schlafzimmer zugetragen haben. Dabei und dazwischen, führte der Staatsanwalt aus, spuckte er sie an, schlug ihren Kopf gegen die Fliesen, biss sie, kratzte sie.

Wegen Sorgerechtsstreits bereits vor Gericht

Es wird dauern, bis der Prozess fortgesetzt wird. Denn zu Beginn erwirkte der Rechtsanwalt des Angeklagten am Montag eine Unterbrechung. Ihm würden Unterlagen aus anderen Verfahren fehlen. Verfahren, an denen das ehemalige Paar beteiligt ist. Es sind eine ganze Reihe: Ums Sorge- und Umgangsrecht streiten die beiden vor dem Familiengericht, die Großmutter des Kindes hat schon auf Umgangsrecht ihres Enkelkindes geklagt. Selbst die Behandlung eines Hundes war Gegenstand einer Klage wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Und auch der Vorwurf der üblen Nachrede hat Gericht und Staatsanwaltschaft beschäftigt.

Opfer will Geschehnisse notfalls zweimal schildern

Das als Nebenklägerin auftretende Opfer hat schon angekündigt, die Geschehnisse auch zweimal schildern zu wollen, falls dies nötig werden sollte – trotz der Belastung, die eine solche Aussage oft mit sich bringt. Denn Gericht, Verteidigung und Staatsanwaltschaft müssen noch Terminkollisionen aus dem Weg räumen, ehe die nächsten Prozesstage fix gemacht werden können. Gelingt das nicht, muss der erste Tag wiederholt werden. Eine Hauptverhandlung darf laut Strafprozessordnung höchstens drei Wochen unterbrochen werden – andernfalls muss wiederholt werden.