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Psychotherapeutin gibt Tipps Kummer und Sorgen beschäftigen viele Delmenhorster

Von Bettina Dogs-Prößler | 18.04.2018, 18:33 Uhr

Immer mehr Menschen kommen mit dem Stress im Alltag offenbar nicht mehr zurecht, die Folge sind seelische Erkrankungen wie Burn out und Depressionen. Dabei gibt es einfache Mittel, sein inneres Gleichgewicht zu halten.

In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist, heißt es. Doch Stress, Leistungsdruck, Kummer und Sorgen zerren an unseren Kräften. Ohne inneren Ausgleich kann die Seele auf Dauer Schaden nehmen – ihre Antwort sind psychische Erkrankungen wie Depressionen und Burn out.

Durch Erschöpfung keine Entspannung möglich

Die Schierbroker Psychotherapeutin Britta Burke weiß, was zu viel Stress mit uns und unserer Seele anrichten kann. „Ich habe einen hohen Anteil an Patienten, die sich verstressen und dann vor Erschöpfung nicht mehr entspannen können“, sagt sie. Darunter seien viele Mütter, die mit dem Spagat zwischen Beruf und Kindern überfordert seien. „Die versuchen ständig, 100 Prozent zu geben: im Job und als Mutter. Und dabei vergessen sie sich selbst.“

Selbstwahrnehmung geht verloren

Doch immer alles perfekt und tausend Dinge gleichzeitig tun zu wollen, sei auf Dauer nicht gesund. „Wer seelische Symptome hat, hat vergessen, sich selbst wahrzunehmen“, so Burke. Sich selbst wahrnehmen können aber offenbar immer weniger Menschen. Laut Burke haben psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angst und Burn out in den vergangenen Jahren zugenommen. Dabei sende die Seele durchaus Warnsignale wie Schlaflosigkeit, Konzentrationsstörungen oder auch Angst vor der Arbeit. Als Richtwert gelte: „Wer mehr als vier Wochen lang depressiv, genervt oder gereizt ist, sollte sich Hilfe holen, damit es nicht chronisch wird.“

Sport und gesunde Ernährung wichtig

Damit es gar nicht erst so weit kommt, rät Britta Burke zur Prophylaxe. „So einfach es klingt, aber mit Sport und gesunder Ernährung kann man viel tun, um sich vor seelischen Krankheiten zu schützen“, so die Psychotherapeutin. Sport baue Spannungen und überschüssige Stresshormone ab, Obst und Gemüse lieferten die Stoffe, die unser Körper zum Gesundbleiben benötige.

Lieblingsbeschäftigung auch ausüben

Darüber hinaus rät sie dazu, sich ganz bewusst Zeit zu nehmen für die Dinge, von denen man weiß, dass sie einem guttun. „Bei dem einem ist das, in die Sauna zu gehen, bei dem anderen etwas zu stricken.“ Wichtig sei, sich diese Zeit regelmäßig zu gönnen. Burke: „Es reicht schon aus, in Ruhe eine Tasse Tee zu trinken und dabei gedankenverloren aus dem Fenster zu schauen.“

Experten vor Ort bieten Lösungen

Aber auch Entspannungsverfahren seien gute Mittel, um sein inneres Gleichgewicht zu erhalten. „Die Volkshochschulen bieten da tolle Möglichkeiten, die sich jeder leisten kann“, sagt die Schierbrokerin. Drei Gänge runterzuschalten und bewusst auf sich zu hören bedeute auch, seine eigenen Grenzen kennenzulernen. Burke: „Meist denkt man an alles Mögliche, nur nicht an sich selbst. Wenn man aber immer und immer wieder über die eigenen Grenzen geht, wird man irgendwann krank.“ Dabei sei es eigentlich egal, was man für sich selbst tue, „Hauptsache, man hat ein gutes Gefühl dabei“.