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Publikumsliebling in Delmenhorst Comedian Chris Tall begeistert in der Divarena

Von Alexander Schnackenburg | 16.10.2015, 16:32 Uhr

Der Comedian Chris Tall gibt die Vorpremiere seines neuen Programms in der ausverkauften Divarena. Dem Publikum gefällt‘s.

Wenn der Komiker Chris Tall bei seinen Nachbarn einbräche und der Einbruch aufflöge, hätte seine Mutter als erste eine pragmatische Lösung parat. Sie schlüge den Nachbarn nämlich vor, nun eben einmal bei ihr einzubrechen, schon wäre man wieder quitt. Eine großartige Frau, diese Mutter! Dass Eltern, insbesondere Mütter, einem aber auch unheimlich peinlich sein könnten – davon zeugt Chris Talls Programm „“Selfie von Mutti – Wenn Eltern cool sein wollen …“, das er am Donnerstag als Vorpremiere in der Divarena präsentierte.

Die Tücken des Jugendjargons

Tall greift bekannte Themen auf, um sie so geschickt wie charmant zu neuen Geschichten zusammenzufügen. Es beginnt mit Anekdoten über hilflose Versuche seiner Eltern, sich ihm ein wenig anzunähern, indem sie seinen Jugendjargon aufgreifen – leider ohne die Bedeutung der Begriffe wirklich verstanden zu haben. „Ich mach jetzt ein Selfie - von dir!“, habe seine Muter kürzlich gesagt. Das Gejohle des überwiegend jungen Publikums in der ausverkauften Divarena ist, wie schon im Januar bei Talls letztmaligem Auftritt , groß.

Witze über alles und jeden

Tall „lästert“ allerdings keinesfalls nur über seine Eltern, sondern über jeden. Alles andere wäre doch auch diskriminierend, stellt er fest, nachdem er gerade nacheinander über Schwarze, über Schwule und über Rollstuhlfahrer Witze gerissen hat. „Darf der das?“ frage sich jetzt ein Großteil des Publikums, provoziert er weiter, um schließlich zu behaupten, dass Schwarze, Schwule und Rollstuhlfahrer genau jene seien, die über seine Witze am meisten lachten. Sie könnten es deswegen, weil er meist eben nicht über andere lache, sondern überwiegend über sich.

Fett und ohne Bart

Gleich, was man von dieser Argumentation halten mag: Es stimmt, dass Tall gern und viel über sich spottet, am liebsten darüber, wie dick er sei. Den Jackpot habe er gewonnen, denn er sei zugleich fett und kriege keinen Bart. „Ich sehe aus wie meine Mutter“, spannt er den Bogen zu seinem zweiten Lieblingsthema des Abends. „Was wäre Chris Tall als Vegetarier?“, fragt er etwa, um die Antwort selbst nachzureichen: „eine Biotonne.“– Eine Biotonne von enormem Unterhaltungswert allerdings, spätestens seit Donnerstag auch Publikumsliebling in Delmenhorst.