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Pultern-Areal in Delmenhorst NABU: „Straße durch Pultern-See nicht möglich“

Von Britta Buntemeyer | 07.05.2015, 21:37 Uhr

Die Stadt plant ein Gewerbegebiet mit Naherholung, der NABU sieht Biotope gefährdet: Ausschussmitglieder und Naturschützer haben sich vor Ort ausgetauscht.

Geschützte Biotope, Immissionsschutz, Zweifel an der Rentabilität eines Gewerbegebiets: Der Naturschutzbund (NABU) hat bei einer Begehung des Pultern-Areals gemeinsam mit Mitgliedern des Planungs- und Umweltausschusses am Donnerstag einige Bedenken an den Plänen für das Gebiet geäußert.

Die Stadt plant ein Gewerbegebiet in Kombination mit einem Naherholungsgebiet für das ehemalige Pultern-Gelände und vor allem den Bereich dahinter. Das rund 28,6 Hektar große Areal nördlich der Syker Straße und westlich der B75 soll über die Syker Straße gegenüber der Anschlussstelle Stickgras an das Straßennetz angebunden werden, zusätzlich soll eine Abfahrt von der B75 entstehen. Laut Fachbereichsleiter Fritz Brünjes ist die Erschließungsstraße zwingend und müsste durch den See verlaufen. Ein Teil des Gewässers müsste daher nach den Plänen der Stadt weichen.

„Es gibt hier viele gesetzlich geschützte Biotope, der Bau einer Straße wäre gar nicht möglich“, erklärte Margitta Spieker, Referentin für nachhaltige Siedlungsentwicklung beim NABU. So gebe es allein fünf große Biotope und einige Tier- und Pflanzenarten, die auf der Roten Liste der bedrohten Arten stehen. Bestimmte Fledermäuse in dem Gebiet zählen zu den sogenannten FHH-Arten – die Fauna-Flora-Habitatrichlinie (FHH) der EU weist Pflanzen- und Tierarten aus, deren Habitate durch Schutzgebiete bewahrt werden sollen. Auch eine FHH-Fischart, der Bitterling, ist laut Spieker in dem See angesiedelt. Zudem müsse mindestens 50 Meter Abstand zwischen See und einer Bebauung eingehalten werden. „Es gibt eine gesetzliche Vorgabe für die biologische Vielfalt. Wir brauchen eine FHH-Verträglichkeitsprüfung“, forderte Spieker. Der NABU bezweifele darüber hinaus, dass sich die Erschließung wirtschaftlich überhaupt lohnt.

„Wir wollen heute keine Debatte führen“, betonte Brünjes, vielmehr sollten sich die Ausschussmitglieder selbst vor Ort ein Bild von dem Areal machen. Bei der Planung fehlten noch einige Informationen aus dem Naturschutzbereich, alle Punkte sollten jedoch im Laufe des Verfahrens berücksichtigt werden.