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Quadrokopter-Szene noch klein Modellpiloten fliegen Rennen in Delmenhorst

Von Johannes Giewald, Johannes Giewald | 19.08.2016, 11:21 Uhr

Quadrokopter-Pilot Markus Messerschmidt leistet sich in Delmenhorst regelmäßig Rennen gegen andere Modellfans. Damit keine Menschen gefährdet werden, haben sie sich strikte Regeln auferlegt.

Erst sind einige Pieptöne zu hören, dann ein Surren der vier kleinen Propeller: Markus Messerschmidt hat seinen Quadrokopter auf einer Parkbank bereit gelegt. Gründlich checkt er die Komponenten und bereitet den kleinen Flieger auf den Start vor. Der Modellpilot greift zur Fernbedienung und mit einem Satz hebt der Quadrokopter ab und rast durch die Lüfte. Zwischen 80 und 120 Stundenkilometer schnell.

„Man fühlt sich frei, wenn man da oben ist“, beschreibt Messerschmidt seine Leidenschaft vom Fliegen mit dem kleinen Fluggerät. Eine Kamera an dem Modellflieger ist mit einer Videobrille verbunden. Ein Blick durch die Brille und es fühlt sich an, als würde man selbst dort oben fliegen.

Strenge Regeln für Piloten

Schon im Alter von neun Jahren hat Messerschmidt mit dem Modellbau angefangen, mit 13 Jahren sein erstes ferngesteuertes Flugzeug gebaut. „Von da an ging es nur noch um Modellbau“, sagt er. Sein Flugrevier ist der Himmel über einer öffentlichen Wiese in den Graftanlagen.

Die große Wiese liegt abseits von Wohnhäusern und ist von Bäumen eingegrenzt. Trotzdem hat Messerschmidt sich und anderen Piloten für das Fliegen strenge Regeln auferlegt, um keine Menschen zu gefährden. So ist unter anderem eine Mindesthöhe über Wegen oder die Begrenzung des Fluggebiets festgeschrieben, um nicht ins Vogelschutzgebiet zu geraten. Dazu stellt der Modellfan an Wegen Warnschilder auf. Das Regelwerk sieht das Fliegen nur auf zwei freigegebenen Wiesen vor. Wegen der Einflugschneise des Bremer Flughafens dürfen die Modellflieger dort auch nicht höher als 30 Meter fliegen. Anderswo ist eine Flughöhe von 100 Metern erlaubt.

Aufkommende Sportszene

An der Wiese organisiert Messerschmidt regelmäßig Insider-Treffen mit anderen Piloten, die dann mit den kleinen Quadrokoptern durch einen Parcours um die Wette fliegen. In Delmenhorst sei die Szene der Modellpiloten noch klein – in Deutschland werden es aber immer mehr, und die Piloten fangen an sich zu vernetzen. „Es ist eine aufkommende Sportszene“, sagt Messerschmidt.

Modellflieger besser als ihr Ruf

Der Hobbybastler hat sich seinen kleinen Rennflieger selbst zusammengebaut. Für ein gutes Modell sollten Anfänger schon über 1000 Euro ausgeben. Der Begriff Drohne gilt im Übrigen für größere und langsamere Modelle, die eher für das Schießen von Luftaufnahmen genutzt werden. Wegen Schlagzeilen über Piloten, die mit ihren Fliegern über fremde Grundstücke oder an Flughäfen herumfliegen , hätten die Quadrokopter einen schlechten Ruf, sagt Messerschmidt. Laut Polizei gibt es keine besonderen Vorfälle mit ferngesteuerten Fliegern. Wer sich bei den Rennen im Delmenhorster Park nicht an die Regeln hält, fliegt raus, sagt Messerschmidt. Interessierte Piloten sollten zudem beachten, dass alle ferngesteuerten Geräte extra versichert werden müssen. Die normale Haftpflicht zahlt bei Vorfällen mit den Geräten nicht.