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Qualvoller Tod eines Wildtiers Husky hetzt Rehbock in Delmenhorst zu Tode

Von Thomas Breuer | 14.03.2017, 18:14 Uhr

Der qualvolle Tod eines Rehbocks in Annenheide veranlasst die Jägerschaft, Hundehalter an ihre Verantwortung zu erinnern.

Das Tier verendete am Montagvormittag durch die Bisse eines Huskys im Bereich Annenweg/Albertusweg. Der Vorfall ist aktenkundig bei der Polizei, die vor Ort war und nun das städtische Veterinäramt informiert.

Mit Gehörn in Zaun verfangen

Hartmut Oberheide, Jagdpächter in Annenheide/Annenriede, wurde am Montag gegen 9.30 Uhr von einem Anwohner aus Annenheide in Kenntnis gesetzt, dass ein großer Hund hinter mehreren Rehen hinterher sei. Wenig später verständigte eine Anwohnerin auch die Polizei, die Oberheide später mitteilte, dass sich der Rehbock auf der Flucht mit seinem Gehörn in einem Zaun verfangen habe, worauf der Hund ihm große Teile aus dem Hinterteil herausgerissen habe. Das Tier sei unter Schmerzensschreien verendet.

Jagdpächter verweist auf Wesen eines Hundes

Oberheide nimmt den Vorfall sehr ernst, er will ihn auch selbst bei der Polizei zur Anzeige bringen. Hundehalter sieht er in besonderer Verantwortung, gerade mit Blick auf die nahende Brut- und Setzzeit vom 1. April bis 15. Juli. „Außerhalb der Stadt sollten Hunde immer angeleint sein, da kein Halter sich dafür verbürgen kann, dass der Hund nicht einer Wildspur folgt“, sagt Oberheide. „Auch der best ausgebildetste Hund gehorcht, wenn er etwas in der Nase hat, nicht immer seinem Herrn.“

Hundehalter und Jägerschaft sind aus seiner Sicht keine Gegner: „Wir wollen uns doch alle weiterhin an der Natur und dem Anblick von Wild erfreuen.“

Husky war offensichtlich entlaufen

Laut Polizeisprecherin Désirée Krikkis ist es im konkreten Fall mutmaßlich so, dass der Husky seinem Besitzer entlaufen war und bereits gesucht wurde. Amtsveterinärin Dr. Nicolin Niebuhr sagte auf Nachfrage, dass ein Hundehalter auch in solch einem Fall für sein Tier zur Verantwortung gezogen werden könne. Läge der Ort des Vorfalls in einem Landschaftsschutzgebiet und wäre der Hund dort nicht angeleint gewesen, würde die städtische Abteilung Stadtgrün weitere Schritte veranlassen. Ansonsten könne nur der Jagdpächter ein Verfahren einleiten, etwa mit dem Anspruch von Schadenersatz. In dem hier vorliegenden Fall fand die Attacke außerhalb eines Landschaftsschutzgebiets statt.