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Quergedacht – Die dk-Glosse Quergedacht: Die Silvester-Frage

Eine Kolumne von Marco Julius | 28.12.2016, 08:51 Uhr

Viele Menschen wünschen sich in diesen Tagen ein neues Jahr, denn das alte ist doch reichlich verbraucht und war überhaupt schon früh ziemlich kaputt.

Doch eine Klippe, die gilt es noch zu umschiffen, ehe ein neuer Kalender her kann: die Silvesterparty. „Und was machst Du Silvester?“, heißt es deshalb allenthalben. Und vielen fällt die Antwort schwer. Sicher, mit zunehmenden Alter sinkt der Druck, ausgerechnet in der letzten Nacht des Jahres die beste Party überhaupt feiern zu müssen. Mit wem auch? Einladungen bleiben Mangelware. Die besten Freunde feiern den Jahreswechsel am 31. Dezember kleinkindgerecht schon um 19.30 Uhr mit einem Tischfeuerwerk und alkoholfreiem Bier – und gehen noch vor Mitternacht familienfreundlich ins Bett. Dann ist man Neujahr wenigstens fit, sagen sie.

Als Sonderling verdächtig

Andere wiederum verzichten auf laute Partys, weil der liebe Hund sich gestört fühlen könnte. Ganz andere täuschen eine Bleiallergie vor, um nicht in die düstere Zukunft schauen zu müssen und verreisen gleich von Weihnachten bis Neujahr. Wer aber Ende Dezember auf die Frage nach dem Verbleib in der Silvesternacht noch mit „Keine Ahnung!“ antwortet, der macht sich als Sonderling verdächtig.

Himmel, Arsch und Zwirn!

Also vielleicht selbst noch spontan das Wohnzimmer ausräumen und zur Party laden? Doch wer sollte – siehe oben – kommen? Der gute Vorsatz fürs neue Jahr: Silvester frühzeitig planen! Der Vorsatz aus dem vergangenen Jahr („Nicht fluchen, nicht rauchen, nicht saufen“) hat leider nicht hingehauen. Da war mir schon – Himmel, Arsch und Zwirn! – kurz nach Mitternacht die Zigarette in mein Bier gefallen.