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Kolumne Quergedacht: Erinnerungen an Big Bird

Von Marco Julius | 18.12.2019, 10:23 Uhr

In der neuen Folge unserer stets plüschigen Kolumne Quergedacht geht es um einen großen gelben Vogel, zwei linke Hände und eine rechte Hand.

Wenn man, wie ich, zu den Menschen gehört, die zwei linke Hände haben, dann hört man den einen oder anderen Spruch. „Ne lass mal, wenn Du anpackst, ist es so, als würden zwei loslassen“, heißt es etwa, wenn man seine Hilfe anbietet. So ist es halt, wenn einem nichts gelingen mag und man in seiner Laufbahn als Blödmannsgehilfenanwärter nur in sehr sehr kleinen Schritten vorankommt.

Wer nix ist und wer nix kann, der geht zu Post und Eisenbahn, sagte man früher. Unsereiner sucht lieber Trost. Und die Rede ist mal nicht vom Alkohol. Der Trost der Welt liegt in der Kunst. Daran erinnerte zuletzt paradoxerweise ein trauriger Anlass. Der Tod des Puppenspielers Caroll Spinney. Der Name sagt Ihnen nichts? Spinney, geboren 1933, steckte jahrzehntelang in dem Kostüm des großen gelben Vogels, der an der Sesamstraße direkt neben Oscars Mülleimer lebt. Big Bird, so heißt der Vogel, in Deutschland als Bibo bekannt. Spinney hat aus dem riesenhaften Plüschvogel ein echtes Lebewesen gemacht. Seine rechte Hand bewegte den Kopf. Bibo war wie ein Kind. Neugierig, Mitfühlend. Unbedarft. Er half den kindlichen Zuschauern, damit klarzukommen, dass sie selbst nicht alles wissen und können. Fragen zu stellen, das war Bibos Credo, sei ein guter Weg, Dinge herauszufinden. Bye bye, Big Bird!