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Quote jetzt bei 10,5 Prozent Im Juli wieder mehr Arbeitslose in Delmenhorst

Von Heike Bentrup, Heike Bentrup | 28.07.2016, 18:38 Uhr

Saisonbedingt hat sich die Zahl der Arbeitslosen in der Stadt im Juli leicht erhöht. Dafür sorgen Absolventen schulischer oder beruflicher Ausbildungen, die sich arbeitslos gemeldet haben. Aber auch Flüchtlinge lassen die Quote ansteigen.

Eine große Zahl Jugendlicher und junger Erwachsener, die nach schulischer oder beruflicher Ausbildung auf den Arbeitsmarkt drängen, sowie als arbeitslos registrierte Flüchtlinge haben die Arbeitslosenquote vor Ort leicht ansteigen lassen. So erhöhte sich die Zahl der Männer und Frauen, die im Delmenhorster Stadtgebiet ohne Job sind, im Juli um 69 Personen auf nunmehr 4150, was einer Quote von 10,5 Prozent entspricht. Im Vergleichsmonat des Vorjahres lag die Quote noch bei 10,8 Prozent.

Im gesamten Bereich der Delmenhorster Agentur, die auch das Gebiet der Gemeinde Ganderkesee umfasst, ist die Arbeitslosenquote von 8,4 auf 8,6 Prozent gestiegen. Im Juli 2015 lag sie noch bei 8,9 Prozent. Allein im Bereich der Nachbarkommune sind 675 Menschen arbeitslos gemeldet.

Hoher Personalbedarf

Laut Karin Kayser, Leiterin der Delmenhorster Agentur für Arbeit, handelt es sich bei dem Anstieg der Zahlen um einen saisontypischen Trend, der sich auch landes- und bundesweit abzeichnet. „Ab September ist die Herbstbelebung zu erwarten“, so die optimistische Prognose der Agenturchefin. Die vorübergehend arbeitslos gemeldeten Schüler und Azubis werden nach Worten Kaysers im Anschluss an die Sommerferien auf einen hohen Personalbedarf in der örtlichen Wirtschaft treffen.

Für das Jobcenter berichtete dessen stellvertretende Geschäftsführerin Marion Denkmann ebenfalls von einem leichten Zugang an dort gemeldeten Arbeitslosen von 3207 Ende Juni auf nunmehr 3230 Personen. Mit aktuell insgesamt 5387 nach wie vor hoch sei die Zahl der Bedarfsgemeinschaften. Auch hier mache sich der Flüchtlingszuzug bemerkbar. So leben laut Denkmann allein 490 Menschen aus Syrien in insgesamt 74 in Bedarfsgemeinschaften, darunter zum Teil mit acht bis neun Personen.

Noch freie Lehrstellen

Mit Blick auf die gemeldeten offenen Stellen verwies Regina Krumpe, Teamleiterin Arbeitgeber-Service, auf einen Bestand von 625 zu besetzende Arbeitsplätze. „Dabei nimmt der Bedarf an Fachkräften spürbar zu, während die freien Stellen im Helferbereich rückläufig sind“, sagt Krumpe. Die größte Nachfrage herrsche aktuell in der Produktion und der Fertigung, gefolgt von Berufen auf dem Gesundheits- und Sozialsektor. Auf dem Ausbildungsstellenmarkt stehen den 219 unversorgten Bewerbern laut der Teamleiterin aktuell noch 142 Ausbildungsstellen gegenüber. „Freie Stellen gibt es hier in der Produktion und Fertigung, im Einzelhandel sowie für angehende Frisöre und medizinische Fachangestellte“, berichtet Krumpe. Sie rät interessierten Bewerbern, sich in der Agentur oder im Jobcenter beraten zu lassen. „Es bestehen durchaus noch Chancen, noch zum 1. August oder zum 1. September eine Ausbildung beginnen zu können.“