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Ralf Delker jetzt im Amt Führungswechsel im Delmenhorster Krankenhaus erfolgt

Von Thomas Breuer | 21.08.2017, 18:06 Uhr

Im Josef-Hospital Delmenhorst ist am Montagnachmittag der Wechsel auf dem Posten des Geschäftsführers vollzogen worden.

Der Diplom-Kaufmann Ralf Delker verantwortet ab sofort als persönlich haftender Geschäftsführer den Betrieb des Delmenhorster Krankenhauses. Der 55-Jährige folgt auf Thomas Breidenbach, der nach acht Jahren in der Hauptverantwortung für das St. Josef-Stift und danach des Josef-Hospitals auf eigenen Wunsch eine neue Aufgabe in Eisenach übernimmt.

Lob für das von Breidenbach Geleistete

Im Beisein zahlreicher Mitarbeiter sagte Peter König, Vorsitzender des JHD-Aufsichtsrats, gestern im Blauen Salon des Krankenhauses, Breidenbach hinterlasse einen Fußabdruck nicht nur im Krankenhaus, sondern auch in der Stadt. Das von ihm Geleistete sei „anerkennenswert und groß einzuschätzen“. Oberbürgermeister Axel Jahnz lobte: „Sie haben dabei niemals ihr Team vergessen.“

Umzug binnen sechs Monaten realisiert

In Breidenbachs Amtszeit fielen als Meilensteine vor allem der Bau des neuen Funktionstrakts des Stifts sowie das Vorantreiben der Fusion mit dem Klinikum. Nachdem die Idee geboren war, den Krankenhausbetrieb vorübergehend an der Wildeshauser Straße zu konzentrieren, realisierte er diesen Plan binnen nur sechs Monaten.

Im Nachhinein ein Glücksfall: Hätte sich der Brand am 16. September 2016 nicht im schon weitgehend aufgegebenen JHD Stadtmitte, sondern dort bei vollem Betrieb ereignet, so Breidenbach nachdenklich, gäbe es jetzt vielleicht kein Krankenhaus mehr in Delmenhorst.

„Stiftler“ und „Städtische“ unter einem Dach

Delker übernimmt ein Haus mit mehr als 1000 Beschäftigen, in dem viele noch in „Stiftler“ und „Städtische“ unterscheiden. Ziel seiner künftigen Arbeit, so der Neue, seien die Qualität der Medizin und der Pflege, motivierte Mitarbeiter und geordnete Finanzen. Letztere seien ohne die vorgenannten Punkte nicht zu realisieren.

Der Aufsichtsrat des JHD hatte als sogenanntes Geschäftsbesorgungsunternehmen Anfang Juli die EconoMedic AG mit Sitz in Bayreuth verpflichtet. In Abstimmung mit ihr hat Delker seinen zunächst bis Ende 2020 während Vertrag erhalten. Wer im Internet nach Spuren des Neuen sucht, findet auch Einträge von vor zehn Jahren, als er die Verantwortung für das Klinikum Hoyerswerda trug und sich dort mehrere Todesfälle im Zusammenhang mit einem defekten Narkosegerät ereigneten.

Der Fall Niels H. bleibt im Gedächtnis

König sagte gestern, auch dazu habe man intensiv Erkundigungen eingeholt. Delker habe an den Vorfällen keine Schuld getragen und habe sich für sein Haus offensiv der Öffentlichkeit gestellt. „Herr Breidenbach muss mit dem Fall Niels H. umgehen“, so König, „ und ist auch nicht schuld daran.“