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Rat gibt grünes Licht Stadtteilarbeit für Delmenhorst-Deichhorst kommt

Von Marco Julius | 10.05.2017, 21:04 Uhr

Nach den Vorbildern Wollepark und Düsternort bekommt auch Deichhorst eine Stadtteilarbeit. Im Wollepark wird ein zentraler Spielplatz nach Wünschen der Kinder saniert.

Einigkeit unter den politischen Akteuren jeglicher Couleur: Der Rat hat in seiner Sitzung am Mittwoch einstimmig beschlossen, dass in den verdichteten Wohngebieten hinter der Kerschensteiner Schule in Deichhorst noch in diesem Jahr eine Stadtteilarbeit nach dem Vorbild des Wolleparks und Düsternort aufgebaut werden soll. Der Rat folgte dabei dem Antrag der Gruppe SPD/Piraten. 

Das Wohngebiet zwischen Moorweg und Wiekhorner Heuweg, in dem es jahrelang erhebliche Leerstände gegeben hat, sei mittlerweile wieder voll belegt, gleichzeitig hätten sich aber auch die Problemlagen im Stadtteil konzentriert, hieß es im Antrag der Gruppe SPD/Piraten. Vielfältige soziale Bedarfe vor Ort verlangen demnach nach Regelangeboten der Stadt. Kindern sollen durch die Stadtteilarbeit noch mehr als bisher die Chancen auf Teilhabe bekommen. Die Verwaltung wird jetzt mit der Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtsverbände Konzepte erstellen. Landesmittel stehen in Aussicht.

Lüders bezweifelt Vorbildfunktion

Holger Lüders (AfD), der die Stadtteilarbeit in Deichhorst als guten Präventionsantrag bezeichnete, störte sich allerdings an der Vorbildfunktion des Wolleparks. Die gebe es nicht. Die Stadtteilarbeit im Wollepark sei nicht erfolgreich, „Drogenhandel, schwarzer Automarkt, Vermüllung“ gab er als Stichworte an.

Oberbürgermeister Axel Jahnz entgegnete der AfD-Position mit einer gewissen Schärfe. Die Wollepark-Sanierung laufe, die Arbeit im Quartier sei erfolgreich, das Diakonische Werk leiste vor Ort gute und wichtige Arbeit.

Noch emotionaler wurde der Austausch dann, als es um die Neugestaltung der Spielplatzfläche Am Wollepark ging. Die AfD sprach sich zwar für die Erneuerung aus, der Zeitpunkt sei aber falsch, sagte Lothar Mandalka. Bevor der Spielplatz angegangen werde, solle zunächst ein Gesamtplan für den Bereich stehen.

Verbale Scharmützel

Lüders (AfD) warf Ratsmitgliedern und dem GISS-Beirat vor, keine Ahnung vom Wollepark zu haben. „Sie fahren doch abends wieder in ihre schönen Häuser zurück“, sagte er. Die ablehnende Haltung der AfD zeige das Gesicht der AfD, sagte Eva Sassen (Bürgerforum /Freie Wähler), die nichts für Leute mit wenig Geld tue. Murat Kalmis (FDP) ging noch einen Schritt weiter. Die AfD verhalte sich unverschämt und verbreite Bullshit. Der Spielplatz, das hat der Rat entschieden, übrigens auch mit einer Stimme aus der AfD-Fraktion, kommt wie geplant.