Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Ratspolitik ist sich uneins Delmenhorst streitet über Mehrzweckhalle

Von Michael Korn | 23.09.2016, 10:24 Uhr

Ein privater Investor will auf einem Gewerbegrundstück in Delmenhorst eine Veranstaltungshalle bauen, die in der Stadt dringend benötigt wird. Doch die Ratsparteien sind sich uneins - die CDU lehnt das Projekt an dem geplanten Standort ab.

In Delmenhorst gibt es einen privaten Investor, der eine dringend benötigte Mehrzweckhalle bauen will, doch die Politik streitet sich über den Standort: Insbesondere die CDU lehnt das Vorhaben auf einem Gewerbegrundstück an der Annenheider Allee im Stadtosten ab. Ihre Begründung: Die Fläche sei für Gewerbe und nicht Vergnügungsstätten gedacht. Zudem sei das Gelände als Veranstaltungsort verkehrlich nicht optimal angebunden. Bei der gestrigen Abstimmung im Planungsausschuss, der Verwaltung zumindest weitere Prüfaufträge zu diesem Vorhaben zu erteilen, scheiterte die Union jedoch an einer Mehrheit aus SPD, FDP und Piraten. Grüne und Unabhängige enthielten sich.

Viele Angaben zur Halle fehlen noch

Der Stadt liegt bislang nur eine grobe Anfrage vor für den Bau einer Halle für bis zu 2400 Besucher. Vorgesehen sind „Veranstaltungen erzieherischer, geselliger, kultureller, künstlerischer, politischer, sportlicher und unterhaltender Art sowie Ausstellungen“. Es fehlen bislang jedoch konkrete Angaben zum genauen Nutzungskonzept, zu Parkmöglichkeiten und zum Lärmschutz. Den Namen des Antragstellers wollte die Stadt gestern in der öffentlichen Sitzung nicht preisgeben. Fachbereichschef Fritz Brünjes bekräftigte, dass es sich bei dem Projekt nicht um eine Stadthalle mit öffentlicher Beteiligung handele, sondern um eine rein private Investition. Dies ist für die SPD ein entscheidender Punkt: Ihr Ratsherr Detlef Roß sagte, „endlich passiert was, ohne dass gleich nach der Stadt gerufen wird“. Es sei nicht nachvollziehbar, dass alle Ratsmitglieder erst eine Veranstaltungshalle forderten „und jetzt die Bedenkenträger kommen“. Wie die SPD traten auch FDP und Piraten dafür ein, das Vorhaben erst einmal zu prüfen und nicht von vornherein abzulehnen. Grüne und Naturschutzbund führten die Nähe zum Niedermoor als ökologischen Hinderungsgrund für das Vorhaben an.