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Reaktionen in Delmenhorst: Region Delmenhorst trauert mit

Von Michael Korn | 15.11.2015, 21:59 Uhr

Auch die Region Delmenhorst trägt in Solidarität mit den von einer Terrorserie am 13. November 2015 gezeichneten französischen Nachbarn Trauer. Die Markthalle leuchtete beim Kulturfest, das verschiedene Nationalitäten zusammenführte und gelebte Integration verkörperte, als Zeichen des Gedenkens und der Unterstützung in den Farben der französischen Flagge.

Auch die Region Delmenhorst trägt in Solidarität mit den von einer Terrorserie am 13. November 2015 gezeichneten französischen Nachbarn Trauer. Sowohl beim Volkstrauertag als auch beim Fest der Kulturen am Wochenende in Delmenhorst gab es eine Schweigeminute für die Opfer der Anschläge. Die Markthalle leuchtete beim Kulturfest, das verschiedene Nationalitäten zusammenführte und gelebte Integration verkörperte, als Zeichen des Gedenkens und der Unterstützung in den Farben der französischen Flagge (Foto). In der Sitzung des Delmenhorster Stadtrates am morgigen Dienstag, 17. November, soll es ebenfalls eine Gedenkminute für die Opfer geben. Betroffenheit und Solidarität sind in der Region nicht zuletzt auch deshalb besonders ausgeprägt, weil es vielfältige und langjährige Partnerschaften mit französischen Kommunen und Vereinen gibt. So sind viele persönliche Kontakte und Freundschaften entstanden beispielsweise durch die enge Verbindung des DTB-Musikzuges mit dem „Orchestre des Cadets de la Sarthe - Allonnes“ oder des Ganderkeseer Spielmannszuges mit den „Les Dauphines du Val de Loir“. Außerdem gibt es in Stuhr den regionalen Förderkreis für das Deutsch-Französische Jugendwerk. Weitere Stimmen und eine Übersicht über die hiesigen Städtepartnerschaften mit französischen Gemeinden (Delmenhorst mit Allonnes, Ganderkesee mit Château-du-Loir, Hude mit Arnage sowie Stuhr mit Canton d´ Ecommoy).

Am Dienstag, 17. Novemner, soll es um 19.30 Uhr in der Stadtkirche Delmenhorst ein interreligiöses Gebet für den Frieden geben. Pfarrer Thomas Meyer: „Unsere Solidarität mit den Franzosen wollen wir dokumentieren, unsere Abscheu vor diesen menschenverachtenden Taten und unseren gemeinsamen Wunsch nach einem friedlichen Miteinander. Mit dabei sein werden Vertreter der Moscheegemeinden, die jüdische Gemeinde, Gemeinden aus der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) sowie gegebenenfalls Vertreter anderer Religionen.“

Stimmen aus Delmenhorst und der der Region am Samstag und Sonntag, 14. und 15. November 2015, zur Anschlagserie in Paris:

 Delmenhorsts Oberbürgermeister Axel Jahnz, am Sonntag in seiner Rede zum Volkstrauertag: „Der Terror hat schon länger Europa erfasst und steht vor unserer Haustür. Aber wir lassen uns dadurch nicht erschüttern und leben weiterhin eine wahrhaft lebendige Demokratie. Ein Mensch, der frei ist, ist immer schneller, als diese verirrten Fanatiker und Stolperer einer aufrechten Gesellschaft. Terroristen leben in Zellen, aber nicht in einer offenen Welt, die geprägt ist von natürlichen Menschenrechten. Mit meiner Botschaft spreche ich mich nicht gegen den Islam aus, sondern gegen die, die eine falsche Interpretation im Glauben suchen. Das gilt für alle Religionen.“

 Ganderkesees Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas erinnerte ebenfalls bei der Gedenkfeier zum Volkstrauertag an die Aussage des Verfassungsgerichtspräsidenten Andreas Voßkuhle am Volkstrauertag vor zwei Jahren, Europa müsse den Herausforderungen von Gewalt und Krieg in Solidarität begegnen: „In den letzten Tagen waren wir scheinbar weit entfernt von gegenseitiger Solidarität. Vielleicht lassen und die Anschläge von Paris wieder näher zusammenrücken. Bei allem Schrecken und Entsetzen eröffnen die Ereignisse eine Chance.“

 Bürgermeisterin Antje Beilemann, Delmenhorst, beim Fest der Kulturen: „Die Anschläge in Paris verdeutlichen auf tragische Weise, wie weit einige noch vom Miteinander entfernt sind. Lassen Sie uns auch an diejenigen denken, die es noch zu überzeugen gilt, dass eine kulturelle Vielfalt den Frieden sichert.“

 Muhanad Paulus, Vorsitzender der Delmenhorster Integrationslotsen, beim Fest der Kulturen: „Wir müssen weitermachen. Wir müssen den Integrationsprozess weiter fortführen.“

 Bundestagsabgeordnete Susanne Mittag (SPD), ebenfalls beim Fest der Kulturen: „Gerade heute ist es umso wichtiger zu zeigen, dass Integration funktioniert.“

 Rudolf Mattern, Delmenhorster Fachbereichschef Soziales, auf Facebook: „Lasst uns dafür eintreten, dass die Terroranschläge in Paris nicht dazu führen, dass wir uns gegen Menschen wenden, die auf unsere Hilfe angewiesen sind und sie dadurch in Ihrer Not alleine lassen. Auch die Flüchtlinge sind Opfer der Terroristen.“