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Regelmäßige Sprachtreffs Düsternorter bringen Flüchtlingen Deutsch bei

Von Heike Bentrup | 30.07.2015, 09:03 Uhr

In Düsternort bieten Ehrenamtliche Sprachkurse für Flüchtlinge an. Der Andrang ist groß. Die Räume im Nachbarschaftsbüro platzen aus allen Nähten.

Sie kommen aus Albanien, Afghanistan, Syrien, Pakistan, dem Kosovo, Serbien, Eritrea oder Somalia, haben in ihrer Heimat als Fliesenleger, Krankenschwestern, Maurer, Frisöre, Verkäufer oder Elektriker gearbeitet und in Delmenhorst – wenn mitunter nur auf Zeit – ein neues Zuhause gefunden. Doch ohne jegliche Sprachkenntnisse fern der ursprünglichen Heimat den Alltag zu meistern, stellt die in der Stadt untergebrachten Flüchtlinge vor ein großes Problem. Hier Abhilfe schaffen wollen ehrenamtlich tätige Männer und Frauen, die regelmäßig in den Räumen des Nachbarschaftsbüros und der Düsternorter Apostelgemeinde Sprachtreffs anbieten.

Manche kommen zu allen Treffen

„Insgesamt gibt es drei Termine pro Woche, einige der Flüchtlinge kommen zu allen drei Treffen“, berichtet Wencke Lüttich vom Nachbarschaftsbüro. Die Resonanz sei enorm. Das bestätigt auch Klaus Keese. Der ehemalige Schulleiter gehört zum Kreis der insgesamt acht Ehrenamtlichen, die den Asylbewerbern beim Erlernen der deutschen Sprache zur Seite stehen.

Große Hilfsbereitschaft in Düsternort

„Generell ist die Hilfsbereitschaft im Stadtteil groß“, hat Wencke Lüttich beobachtet. Alle wollten helfen und die Flüchtlinge unterstützen. Nur vereinzelt würden Mitarbeiter und Ehrenamtliche auf Skepsis treffen, die in Gesprächen jedoch schnell abgebaut werden könne.

Flüchtlinge wollen lernen

Das größte Problem neben der Sprachbarriere sei, dass die Menschen nicht arbeiten dürfen, sagt Andrea Lotsios, die wie auch Bettina Pinzon-Assis hauptberuflich an der Parkschule tätig ist. Richard Schmid, ebenfalls aus dem Team der Ehrenamtlichen, hat beobachtet, dass die Flüchtlinge hoch motiviert sind. „Da vergeht die Zeit im Sprachtreff in Nullkommanichts, die Menschen wollen etwas lernen. Das spornt auch die Ehrenamtlichen an“, hat er für sich selber festgestellt.

Räume und weitere Helfer gesucht

Doch trotz dieser positiven Entwicklung zeichne sich ein Problem ab: Aufgrund der zunehmenden Resonanz wird es langsam eng im Nachbarschaftsbüro. „Bei gutem Wetter weichen wir schon mal ins Freie aus“, berichtet Wencke Lüttich. Angesichts der Raumnot wäre es schön, wenn im Stadtteil, beispielsweise an Schulen, Räume zur Verfügung stehen würden. Und auch über weitere Ehrenamtliche würde sich das Team freuen.