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Regenfälle in Delmenhorst Ochtumverband sieht Gipfel an Niederschlägen erreicht

Von Frederik Grabbe | 06.01.2018, 11:04 Uhr

Nach den Regenfällen der vergangenen Tage ist die Delme randvoll. Auch die Grundwasserstände waren zuletzt erhöht. Vereinzelt sind Keller und Gärten vernässt worden. Ernst ist die Lage aber wohl nicht.

Wasser in Kellern, überflutete Gärten, hohe Pegelstände: Die zuletzt vermehrten Niederschläge haben sich in den vergangenen Tagen deutlich bemerkbar gemacht. Mittlerweile hat der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) die erste Hochwasser-Meldestufe für den Delme-Pegel in Holzkamp ausgelöst. Der vorläufige Höchstwert für den Pegel (Freitag, 5. Januar, 10.45 Uhr) zeigt 13,52 Meter an. Die erste Meldestufe wird ab 13,48 Meter ausgelöst. Seit 30. Dezember ist der Delme-Spiegel um 81 Zentimeter gestiegen, ist den Daten zu entnehmen.

NLWKN bleibt gelassen, Stadtwerke erhöhen Pumpleistung nicht

Ein Grund für Aufregung besteht deshalb für Herma Heyken, Sprecherin des NLWKN, aber nicht: Die erste Meldestufe bedeute, dass die Delme bordvoll, also randvoll, ist und dass es stellenweise am Ufer zu Wasserübertretungen kommen kann. „Bedenkt man die Regenfälle der letzten Zeit und den Umstand, dass die Böden mit Wasser gesättigt sind, ist es sogar ziemlich gut, dass bisher ,nur‘ die erste Meldestufe erreicht wurde“, so Heyken. Wie die Stadtwerke auf Nachfrage mitteilen, liegt die Pumpleistung ihrer Brunnen auf den Graftwiesen nach wie vor bei 230 Kubikmeter die Stunde. Zwar laufen die Brunnen rund um die Uhr, gleichwohl schreibt Stadtwerke-Sprecherin Britta Fengler, dass „derartigen Regenereignissen wie in den letzten Tagen und Wochen“ und in der Folge Vernässungen durch Oberflächenwasser nicht durch Förderleistungen begegnet werden könne.

Keller und Gärten in Delmenhorst vernässt

Der Umstand, dass das dk mehrere Meldungen aus dem Stadtgebiet erreicht haben, wonach Wasser in Kellerräume eingedrungen ist oder Rasenflächen in Gärten vollgelaufen sind, weist weiter auf hohe Grundwasserstände hin, da Regenwasser nur schleppend im Erdreich aufgenommen wird. Aktuelle Werte der Pegel an den Wiekhorner Wiesen, Goethestraße, Max-Planck-Gymnasium und der Grundschule Beethovenstraße auf der Internetseite der Stadt zeigen in der Tat an, dass in der letzten Dezemberwoche bei drei von vier Pegeln ein Übermaß an Grundwasser vorhanden war. Die Lage hat sich in der ersten Januarwoche aber wieder entspannt.

Verschärfte Lage an der Delme in den vergangenen Tagen

Einflussfaktor für eine hoch stehende Delme war auch eine kleine Sturmflut, die das Sturmtief „Burglind“ Mittwochnacht verursacht hatte. Laut Matthias Stöver, Geschäftsführer des Ochtumverbands, hat die Sturmflut Meerwasser in die Weser gedrückt, was wiederum dazu geführt habe, dass sich das Wasser zeitweise in den Flusszuläufen staute. „Auf Delmenhorster Gebiet war das bis zum Mühlenstau in Hasbergen zu bemerken“, so Stöver. Der Ochtumverband war sogar kurz davor, auf Ganderkeseer Gebiet den Polder Brook als Überschwemmungsfläche in Schönemoor nahe Altengraben zu fluten.

Ochtumverband gibt Entwarnung

Für Extremereignisse steht in Delmenhorst das Hochwasserbecken in Schlutter zur Verfügung, dass im Fall der Fälle geflutet werden kann, um Wassermassen von der Stadt fernzuhalten. Im Hochwasserfall, so Stöver, können die verschiedenen Delme-Arme im Stadtgebiet bis zu neun Kubikmeter pro Sekunde schadlos durchleiten. Die derzeitigen Pegelstände in Holzkamp lassen den Ochtumverband mit sieben Kubikmetern pro Sekunde rechnen. „Erst wenn in den nächsten 24 Stunden flächendeckend 15 Liter Regenwasser pro Quadratmeter niedergingen, würden wir das Rückhaltebecken öffnen“, verdeutlicht Stöver. Und das sei in den nächsten Tagen – geht man von der Wettervorhersage aus – nicht zu erwarten, gibt Stöver Entwarnung.