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Regionale Versorger Delmenhorster Stadtwerke und EWE gehen Kooperation ein

Von Frederik Grabbe | 11.10.2017, 20:19 Uhr

Die Stadtwerke Delmenhorst (SWD) und die EWE aus Oldenburg wollen künftig auf mehreren Feldern enger zusammen arbeiten. Details wurden nicht bekannt. Beide Häuser sollen als eigenständige Einheiten aber bestehen bleiben.

Die Versorgungsunternehmen Stadtwerke Delmenhorst und die EWE wollen künftig enger auf den Feldern Strom- und Gaskonzession, Digitale Entwicklung, E-Mobilität und Serviceleistungen zusammenarbeiten. Die beiden Häuser sollen Bestehen bleiben. Das teilten Stadtwerke-Chef Hans-Ulrich Salmen und Oberbürgermeister Axel Jahnz am Mittwoch in einem Pressegespräch mit.

Vermutlich soll neue Gesellschaft gegründet werden

Ein Vertreter der EWE war nicht anwesend. Jahnz deutete an, dass für beide Konzerne für die neue Kooperation vermutlich eine neue Gesellschaft gründen werden. Details über eine Unternehmensform oder wie die gemeinsamen Leistungen künftig in der Region vermarktet werden sollen, wurden nicht bekannt.

Erste Zusammenarbeit ab dem 1. Quartal 2018

Salmen erläutere, dass man künftig beim Betrieb und Ausbau der Versorgungsnetze, der Erweiterung der Ladeinfrastruktur für E-Mobilität, Beratungsleistungen oder der Entwicklung von Smartphone-Apps zur Steuerung der Haustechnik enger zusammenarbeiten wolle. Es geht also auch darum, Synergien zu schaffen. Jahnz und Salmen betonten in diesem Zusammenhang, dass alle Arbeitsplätze der zwei Unternehmen erhalten werden sollen, beide sprachen von einem „Meilenstein“, der gesetzt werde. Erste Zeichen der neuen Zusammenarbeit sollen im ersten Quartal 2018 im Feld E-Mobilität ersichtlich sein.

„Drastische Umbrüche im Marktumfeld“

Als Grund für die neue Partnerschaft gab Salmen „drastische Umbrüche im Marktumfeld“ an. Seit Jahren gehen die Einkünfte der Stadtwerke aus dem Gas-Geschäft zurück. So ist im Geschäftsbericht 2015 zu entnehmen, der Erdgasabsatz seit 2010 um fast die Hälfte auf 503.000 Megawattstunden gesunken ist. Der Umsatz sank in der gleichen Zeit um sieben Millionen Euro auf 50 Millionen Euro. Die SWD suchen neue Geschäftsfelder, seit 2017 verkauft sie etwa auch Strom an Privathaushalte. Der EWE-Konzern nennt in seinem Geschäftsbericht 2016 einen um im Vergleich zum Vorjahr drei Prozent gesunkenen Umsatz von 7,5 Milliarden Euro. Die neue Kooperation solle beide Unternehmen zukunftssicher machen.

Misstöne ausgeräumt

Die Nachricht kommt ziemlich überraschend: Wegen der noch nicht vollzogenen Vergabe der Stromkonzession im Delmenhorster Stadtgebiet hatte es im Frühjahr schwere Irritationen zwischen Stadt und Stadtwerken auf der einen Seite und der EWE auf der anderen Seite gegeben. „Diese Dinge sind ausgeräumt“, sagte Jahnz mit Blick auf Veränderungen an der EWE-Spitze.