Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Religionen feiern gemeinsam Osterbrunch in Delmenhorst: Im Zeichen der Vielfalt

Von Alexander Schnackenburg, Alexander Schnackenburg | 28.03.2016, 17:02 Uhr

„Das Zusammenleben funktioniert.“ – So lautet die Botschaft, die am Ostermontag vom Kinder- und Jugendhaus „Horizont“ in Düsternort ausgegangen ist, zumindest aus der Sicht des Diakonie-Kreisgeschäftsführers Franz-Josef Franke.

Das Jugendhaus „Horizont“ hatte alle Bewohner des Stadtteils zum gemeinsamen Osterfrühstück geladen. Etwa 130 Menschen, mindestens zur Hälfte Kinder, waren erschienen - wohl nicht zuletzt, um gemeinsam Eier zu suchen. „Horizont“-Mitarbeiter Dhurjati Roychoudhury sprach sichtlich zufrieden von einem Frühstück, dass „sehr ökumenisch“ geworden sei.

„Düsternort kein defizitärer Stadtteil, sondern ein gesunder“

Die kleine Feier habe die evangelischen Initiatoren mit Katholiken des Familienzentrums St. Christophorus sowie mit den Muslimen der benachbarten Mevlana-Moschee an einen Tisch gebracht. Diese Vielfalt bereite ihm in seiner Eigenschaft als evangelischen Hindu große Freude. Vor allem aber zeigten Feiern wie diese, dass es sich bei Düsternort mitnichten um einen defizitären Stadtteil handele, sondern viel mehr um einen sehr gesunden.

Gastarbeiter, Spätaussiedler und alt Eingesessene haben Historie geprägt

Für Wencke Lüttich aus dem Nachbarschaftsbüro Düsternort liegt dieses gesunde Miteinander der Ethnien in der Geschichte Düsternorts begründet. Gastarbeiter und Spätaussiedler hätten die Historie des Stadtteils ebenso geprägt, wie alt eingesessene Delmenhorster. Die Integration neuer Bewohner aus der Ferne sei den etablierten etwas Selbstverständliches. Grundsätzlich betrachte man es in Düsternort als spannend, einander kennenzulernen, statt Angst voreinander zu haben.

Orte wie das Jugendhaus wirken „deeskalierend“

Gerade vor dem Hintergrund der jüngsten Terroranschläge von Pakistan, Ankara und Brüssel betrachtet es Roychoudhury als wichtig, dass Institutionen wie „Horizont“ auf ihrer regionalen „Bühne“ deeskalierend wirkten. Umso mehr freue er sich darüber, dass auch etwa 25 Mitglieder der Mevlana-Moschee mit vielen Leckereien im Gepäck zum Frühstück des Kinder- und Jugendhauses gekommen seien.

In dem vorausgegangenen Gottesdienst hatte Anne Frerichs, Pastorin der evangelischen Gemeinde Zu den Zwölf Aposteln, den Gläubigen die Osterbotschaft nach dem Markus-Evangelium vermittelt und dabei Ostern als große Feier des Lebens herausgestellt.