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Resigniert von Parteipolitik Delmenhorster Pirat Neugebauer tritt aus Partei aus

Von Kai Hasse | 31.12.2017, 15:13 Uhr

Stadtrat Andreas Neugebauer tritt aus der Piraten-Partei aus. Ab Jahresbeginn 2018 wird er parteilos sein, erklärte er nun im Delmenhorster Politik-Blog „Provinzpolitik“. Er wird im Stadtrat bleiben.

Mit der eingängigen Mitgliedsnummer 12345 trat Andreas Neugebauer am 11. September 2009 der Piraten-Partei in Delmenhorst bei. Seitdem hat er „eine spannende und auch fast immer tolle Zeit“ erlebt, wurde Landesvorsitzender der Partei und Stadtrat in Delmenhorst. Nun kehrt er der Partei den Rücken. Das Projekt der Piraten-Partei sei „gescheitert“, sagt er.

„Menschen, die einfach nur zerstören wollen“

Neugebauer beklagt verbissene parteiinterne Streitereien. Mit den ersten Erfolgen und Machtgewinnen der Partei habe sich auf Landesebene „aus dem leicht an alte Hippiekommunen erinnernden Kollektiv der IT-Affinen „Altpiraten“ auf einmal ein Haifischbecken mit Menschen, die teilweise auch einfach nur zerstören wollten“, entwickelt. Die Kampagnenfähigkeit der Partei habe sich rapide verschlechtert. Darunter habe dann letztlich auch der Wählerrückhalt in der Lokalpolitik gelitten. Heute ist Neugebauer der einzige Pirat im Stadtrat der Stadt Delmenhorst.

Weiter Politik nach Piraten-Idealen

Den Kern der Piraten-Ideale will er noch weiter im Stadtrat verfolgen, erklärte Neugebauer. Dazu gehöre eine transparente und für den Bürger nachvollziehbare Politik. Er werde sich an die Grundsätze des letzten Wahlprogramms der Piraten halten, dies aber parteilos, und wie gehabt in Fraktion mit der SPD im Stadtrat.

Ob er einer anderen Partei beitreten werde, hielt Neugebauer im dk-Gespräch offen. Seine künftige Parteizugehörigkeit hänge auch an der Frage, ob er bei der nächsten Kommunalwahl wieder für den Stadtrat kandidieren wolle. Er empfinde zwar Resignation, was die Parteipolitik der Piraten angehe, „aber nicht, was die Kommunalpolitik angeht“, betont er.