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Resolution verabschiedet GEW sieht Ziel Inklusion in Delmenhorst gefährdet

Von Marco Julius | 22.05.2016, 15:07 Uhr

Die Mitgliederversammlung des hiesigen Kreisverbandes der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat einstimmig eine Resolution verabschiedet, die sich mit Inklusion an Schulen befasst.

Darin wird das Recht auf eine gemeinsame Beschulung von behinderten und nichtbehinderten Kindern ausdrücklich begrüßt. Doch für die Umsetzung müsse auch notwendige Unterstützung geleistet werden. „Die Umsetzung wird in den Sekundarschulen Delmenhorst seit geraumer Zeit in dramatischer Weise vernachlässigt. Schüler mit Förderbedarf erhalten nur einen Bruchteil der ihnen zustehenden Lehrerstunden “, so die GEW. Es sei es nicht hinnehmbar, „dass dieser Zustand mindestens seit Schuljahresbeginn bekannt ist, Gegenstand von Zeitungsberichten und einer Schulausschusssitzung war, ohne dass maßgebliche Stellen Maßnahmen zu einer Verbesserung der Situation ergriffen hätten“.

Die Resolution im Wortlaut:

Die Mitgliederversammlung des Kreisverbandes Delmenhorst der GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) begrüßt ausdrücklich das in der UN-Behindertenrechts-konvention beschlossene und von der Bundesrepublik Deutschland umzusetzende Recht auf eine gemeinsame Beschulung von behinderten und nichtbehinderten Kindern.

Die GEW weist aber darauf hin, dass sich die Staaten mit der Ratifizierung verpflichten, nicht nur das Recht auf Inklusion zu gewährleisten, sondern auch den Betroffenen „die notwendige Unterstützung“ zukommen zu lassen „um ihre erfolgreiche Bildung zu erleichtern“.

Die Umsetzung dieses Teils des Abkommens wird jedoch in den Sekundarschulen Delmenhorst seit geraumer Zeit in dramatischer Weise vernachlässigt. Schüler mit Förderbedarf erhalten nur einen Bruchteil der ihnen zustehenden Lehrerstunden. Damit ist fraglich, ob Schulabschlüsse – an den Förderschulen erreichte ein hoher Anteil der Schülerschaft den Hauptschulabschluss – wie in der Vergangenheit erreicht werden können. Die GEW befürchtet vielmehr, dass die Betroffenen in gravierender Weise um ihre Bildungschancen betrogen werden.

Ebenso ist zu befürchten dass durch diese unverantwortliche Minderausstattung mit Lehrerstunden die Umsetzung der Inklusion nicht wie gewünscht zu einer Verbesserung von Lebenschancen und Lebensqualität führt, sondern vielmehr zu deren Einschränkung.

Für die GEW ist es nicht hinnehmbar, dass dieser Zustand mindestens seit Beginn des Schuljahres bekannt ist, Gegenstand von Zeitungsberichten und einer Schulausschusssitzung war, ohne dass die maßgeblichen Stellen Maßnahmen zu einer Verbesserung der Situation ergriffen hätten. Das Gelingen der Inklusion wird damit nicht mehr nur in fahrlässiger Weise aufs Spiel gesetzt, es könnte vielmehr Absicht oder zumindest Duldung unterstellt werden.

Die GEW fordert die betroffenen Eltern sowie die Institutionen, Parteien und Gruppierungen, die für die Rechte von Behinderten eintreten, auf, für die Beendigung dieses Missstandes und das Einhalten der Mindeststandards auch in der Inklusion zu einzutreten.