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Restaurant richtet sich neu aus Döner mit frittiertem Rucola für Delmenhorst

Von Thomas Breuer | 22.09.2016, 09:39 Uhr

Das 1982 eröffnete Lokal „Ali Baba“ ist eine Institution in der Delmenhorster Innenstadt. In Kürze soll dort kulinarisch ein frischer Wind wehen.

Den Weg zurück hat Engin Erki sehr bewusst gewählt, wobei ihm die Entscheidung nicht leicht gefallen ist. Die neue kulinarische Heimat des 32-jährigen Delmenhorsters ist auch die alte: das „Ali Baba“ an der Langen Straße. Dort hat der heute 32-Jährige seinem Vater Edip Erki (59) in den vergangenen viereinhalb Jahren gefehlt.

Das „Ali Baba“ ist eine Institution in der Innenstadt. Als Imbiss 1982 eröffnet, folgte 1991 die Erweiterung mit dem Restaurant „Stadtschänke“ und dem Werbeslogan „1000 Millimeter unter der Erde“. Das war durchaus wörtlich zu nehmen: Wer Platz nehmen wollte, musste zunächst einige Stufen nach unten gehen. Dieses Hindernis verschwand so ganz erst mit dem großen Umbau von 2004, als das komplette Lokal um- und ausgebaut wurde.

„Caruso“ 2012 gepachtet

Als Kind und Jugendlicher hatte Engin Erki im väterlichen Betrieb schon gastronomische Erfahrungen gesammelt, bevor er nach der Realschule eine Ausbildung zum Hotel- und Restaurantfachmann im Bremer Hotel Munte antrat. Das Kochen hat er nie offiziell gelernt, es sich über viele Jahre aber weit mehr als nur angeeignet.

Anfang 2012 pachtete Engin Erki das „Caruso“ in Wildeshausen, um sich dort beruflich zu verwirklichen. „Ich wollte einfach mehr“, erinnert er sich. Der Papa, weiß er, hätte ihn lieber bei sich behalten.

Nach etwas Anlaufzeit wusste Engin Erki, dass er alle richtig gemacht hatte. Das Restaurant mit großer Außenterrasse über Wasser hat er zu einer Adresse für Gourmets gemacht, die ihre Essenswahl nicht selten in seine Hände legen. Dabei ist er nie überheblich geworden, hat sich um die Kundschaft mit dem Wunsch nach gängiger Pizza und Pasta mit der gleichen Hingabe gekümmert.

Karte mit „verrückten“ Kreationen

Das alles wird er am Freitag kommender Woche aufgeben. Ein neuer Pächter für das „Caruso“ ist gefunden, Engin Erki wird die Geschäftsführung im „Ali Baba“ übernehmen und die dortigen Gäste werden sich wundern. Denn sein Erfolgsrezept aus Wildeshausen will er zum 1. November auch in Delmenhorst umsetzen: Döner Kebab und türkische Pizza werden sich weiter auf der Karte finden, ergänzt um wechselnde „verrückte“ Kreationen. Döner mit frittiertem Rucola, Himbeer-Balsamico und Parmesan – warum nicht? Die türkische Pizza, gefüllt mit frisch gebackenem Zander, dazu ein leichter Salat und Pfirsichragout – auch denkbar.

An Ideen fehlt es Engin Erki nicht, und er will sie künftig im „Ali Baba“ verwirklichen. Dazu wird sich im Restaurant, das in einiger Zeit auch bauliche Veränderungen wie eine offene Küche erfahren soll, bei den weiteren Angeboten einiges verändern.

So möchte Engin Erki zum Beispiel Rindersteaks aus Trockenreifung (Dry Aged Beef) etablieren. „Ich werde hier auch einen Kühlschrank aufstellen, in dem das Fleisch reift“, sagt der zweifache Vater. „Damit die Leute sehen, dass es so etwas bei uns gibt.“ Ein vierköpfiges Serviceteam will er aus dem „Caruso“ mitbringen nach Delmenhorst, und auch neues Geschirr ist schon gekauft.

Eigenen Catering-Service geplant

Sein einziges Standbein aber wird das an sieben Tagen in der Woche geöffnete „Ali Baba“ auch künftig nicht sein. Als Catering-Anbieter hat er sich schon über das „Caruso“ einen Namen gemacht, in Kürze soll daraus ein eigenständiger Catering-Service mit Bremer Adresse und dem Namen „Elephant Catering“ entstehen.

Dass er die richtige Entscheidung getroffen hat, da ist sich Engin Erkin sicher. Und sein Papa sei glücklich damit: „Er wirkt jetzt leicht wie eine Feder.“