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„Rubbeldiekatz“ Kleines Haus Festival des munteren Rollentauschs in Delmenhorst

Von A. Schnackenburg, Alexander Schnackenburg | 21.04.2016, 17:36 Uhr

Rund 250 Zuschauer haben am Mittwoch die Bühnenfassung des Films „RubbeldieKatz“ im Kleinen Haus gesehen. Sie staunten, dass es nur vier Schauspieler waren, die die Bühnenshow entfachten.

Delmenhorst. Die Handschrift des erfolgreichen Drehbuchautors und Regisseurs Detlev Buck schimmert bis auf die Bühne durch. Seit gut zwei Jahren tingelt das Tourneetheater Thespiskarren mit einer Bühnenfassung seines Films „RubbeldieKatz“ durch Deutschland, spielte die Komödie am Mittwochabend vor rund 250 Zuschauern im Kleinen Haus. Zur offenkundigen Freude des Publikums glückte es dem Ensemble sowie den Regisseuren Max Giermann und Christian Kühn, „RubbeldieKatz“ mit altbewährten Theatermitteln gegenüber dem Film zu emanzipieren.

Verwirrendes Wechselspiel

Nun eignet sich die Geschichte, die Detlev Buck und Anika Decker für den Film gemeinsam verfasst haben, allerdings auch blendend für Bühne: Ein junger, mäßig erfolgreicher Theaterschauspieler (gespielt von Jan van Weyde) wird hier von seinen Brüdern, mit denen er zusammen lebt, zum Casting für eine Hollywood-Filmproduktion getreten. Allerdings bewirbt er sich um die Rolle einer Frau. Immer wieder gilt es daher in der Folge, ihn zu „verwandeln“: zum Mann im „echten“ Leben, zur Frau für die Welt des Films. Natürlich verliebt er sich auch noch in die Hauptdarstellerin auf dem Filmset (Rosetta Pedone), die ihn freilich für eine Frau hält.

Zwei Darsteller in zehn Nebenrollen

Das Regieteam dieser Theaterfassung zum Kinofilm spinnt den Gedanken des ständigen Rollentauschs dergestalt fort, dass es sämtliche zehn Nebenrollen auf nur zwei Darsteller verteilt. Möglich, dass sich das Tourneetheater Thespiskarren aus wirtschaftlichen Gründen zu diesem Kniff gezwungen sah. Ein wirkungsvoller Kunstgriff aber bleibt es am Ende dennoch. Denn der Zuschauer hat seine helle Freude an den Wandlungskünsten der Schauspieler Christian Kühn und Oliver Geilhardt, die, in entsprechende Kostüme gehüllt, von einem Hitler-Darsteller über einen überdrehten Fernsehmoderator bis hin zu einem divenhaften Hollywood-Regisseur und treuherzigen Familienangehörigen eben alles auf die Bühne zaubern, was das Stück an Figuren hergibt.

Erstaunen beim Schlussapplaus

Nicht wenige Zuschauer zählten beim Schlussapplaus dann augenscheinlich noch einmal ungläubig nach. Es waren tatsächlich insgesamt nur vier Schauspieler, die diese Bühnenshow im Kleinen Haus entfacht haben.