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Sanierung beeinflusst Zahlen Delmenhorster Grafttherme drückt Minus auf 2,5 Millionen Euro

Von Frederik Grabbe | 28.07.2017, 14:38 Uhr

2016 fehlten der Grafttherme 65.000 Besucher und sie nahm 600.000 Euro weniger ein. Trotzdem konnte das Defizit im Vergleich zum Vorjahr leicht gedrückt werden. Die Versicherungssumme, die für die mehrmonatige Sanierung gezahlt wurde, macht es möglich.

Auf dem ersten Blick verwirren die Angaben der Grafttherme zum Jahresabschluss 2016 etwas, denn sie fallen widersprüchlich aus: Gerechnet hat das Bad ursprünglich einmal mit 415.000 Besuchern. Tatsächlich aber kamen 350.000. Das wirkte sich auf den Umsatz aus: 3,4 Millionen Euro hatten die Verantwortlichen geplant, einzunehmen. Es wurden 2,8 Millionen Euro – ein Minus von 600.000 Euro. Und trotzdem konnte das Defizit von 2,491 Millionen Euro im Jahr 2015 leicht auf nun 2,472 Millionen Euro gedrückt werden.

Viermonatige Sanierung wirkt sich auf Zahlen aus

Diese Bilanz erklärt sich mit der viermonatigen Schließung des Freizeitbereichs im vergangenen Jahr, schilderte am Freitag Grafttherme-Geschäftsführer Guido Becker vor der Presse. Von August bis Dezember mussten unter anderem 5500 Einzelfliesen ersetzt werden, weil Wasserdampf die alten hochgedrückt hatte. Während dieser Zeit fehlten im Freizeitbereich 65.000 und in der Sauna 5000 Besucher – der Sportbereich gewann hingegen 10.000 Gäste hinzu. Zugpferde im Jahr 2016 waren nach wie vor der Freizeitbereich (145.000 Besucher), der Sportbereich (120.000) und die Saunalandschaft (52.000), es folgt das Kurs- (35.000) und das Wellnessangebot (2.300).

Versicherung springt für Ausfälle ein

Dass nun trotzdem das Defizit minimal besser ist – und somit das beste Ergebnis in der Geschichte der Therme seit 2011 darstellt – liege an der sogenannten Betriebsunterbrechungsversicherung, die den Umsatzausfall ersetzt hat, sagte Becker. Insgesamt seien 300.000 Euro Versicherungsgeld im Jahresabschluss 2016 eingetragen. „Für das Ergebnis war es nicht weiter tragisch“, sagte der Bad-Geschäftsführer mit Blick auch die die sanierungsbedingte Schließungszeit des Freizeitbereichs. „Aber ich hätte gerne darauf verzichtet.“ Denn die mehrmonatige Sperre habe zur Folge, dass man sich nun überlegen müsse, wie man Therme-Besucher, etwa durch Werbung, zurückgewinnen könne.

2017 besuchten schon wieder mehr Gäste das Bad

Den Zahlen nach scheint das 2017 ganz gut zu gelingen: Im ersten Halbjahr 2017 liegen die Besucherzahlen wie berichtet um 7000 über dem Vorjahreswert. Auch der Umsatz sei besser ausgefallen, so Becker am Freitag. „Wir liegen über der Planbesucherzahl, trotzdem sind die Werte ausbaufähig.“ Becker blickt darum auf den Herbst, der noch einige „starke Monate“ bereithalten.