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Sanierung fast abgeschlossen Kapelle am Friedhof Bungerhof strahlt im alten Glanz

Von Alexander Schnackenburg | 17.12.2015, 08:14 Uhr

Über rund sechs Monate war der Höger-Bau im Stadtnorden geschlossen. Nun steht er wieder für Trauerfeiern zur Verfügung, allein in den Nebenräumen wird noch eine Zeit lang gewerkelt.

Die Kapelle auf dem städtischen Friedhof Bungerhof strahlt in neuem Glanz – oder, besser gesagt, in altem. Denn die Stadt Delmenhorst hat sie auf der Grundlage historischer Fotos exakt so restauriert, wie das 1929 vollendete Bauwerk ursprünglich ausgesehen hatte. Die Sanierungskosten beziffert Andreas Tensfeldt, Leiter des Fachbereichs Gebäudemanagement der Stadt, auf 180.000 Euro, von denen Delmenhorst 150.000 und das Landesdenkmalamt 30.000 Euro trage.

Noch Arbeiten in Nebenräumen

Etwa sechs Monate lang ist die Kapelle, in der sonst jährlich rund 300 Trauerfeiern stattfinden, wegen der Bauarbeiten für die Öffentlichkeit gesperrt gewesen. Nun steht sie wieder offen, allein in den Nebenräumen sind die Arbeiten noch nicht ganz abgeschlossen, werden es aber bis spätestens Mitte des neuen Jahres sein, so Tensfeldt. Es handelt sich um das einzige Gebäude des großen Architekten Fritz Höger in Delmenhorst, das noch vollständig erhalten ist. Höger hat auch das Krankenhaus und die Friedhofskapelle an der Wildeshauser Straße entworfen.

Bauwerk ist ein „Juwel“

Die Architektin Andrea Vennebörger, welche die Sanierungsarbeiten in der Kapelle Bungerhof für die Stadt begleitet hat, bezeichnet das Bauwerk als „Juwel“. Um es wieder in seinen ursprünglichen Zustand zu versetzen, hätten Bauarbeiter der Stadt zunächst einen grauen Latex-Anstrich abkratzen müssen, um diesen anschließend durch einen mineralischen, hellblauen zu ersetzen. Zudem haben sie das gesamte Holz in der Kapelle restauriert sowie Sitzheizungen in die nunmehr gepolsterten Bänke eingebaut. Die Heizkörper an den Wänden, die laut Tensfeldt für eine ungünstige Wärmezirkulation gesorgt hätten, haben die Arbeiter entfernt. Die Decke haben sie weiß gestrichen.

Historische Wandbilder rekonstruiert

Besonders glücklich zeigen sich Tensfeldt und Venneböger darüber, dass es ihnen gelungen sei, aufgrund historischer Fotos aus einer Ausgabe der „Deutschen Bauzeitung“ von 1929 die ursprünglichen Wandbilder zu rekonstruieren. Ebenfalls rekonstruiert haben sie die Lampen der Kapelle.

Im Frühjahr, wenn alle Bauarbeiten abgeschlossen sind, möchte Friedhofsleiter Harald Didjurgeit zu einem „Tag des offenen Friedhofs“ einladen.