Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Sanierung teurer als geplant Delmenhorster Hertie-Käufer will längeres Rückgaberecht

Von Thomas Breuer | 10.08.2015, 22:25 Uhr

Die Hertie-Immobilie kann laut Werner Uhde vom Investor DIH wohl nur im Rohbau erhalten werden. Das Parkhaus müsse eventuell einem Neubau weichen.

Anfang September läuft das sechsmonatige Rückgaberecht für die Hertie-Immobilie ab, das sich der Investor Deutsche Immobilien Holding (DIH) seinerzeit hatte einräumen lassen – und voraussichtlich wird es um noch einmal sechs Monate verlängert. Darüber verhandelt Werner Uhde, Vorsitzender des DIH-Aufsichtsrats, aktuell mit der Firma CR Investment, die die deutschen Hertie-Immobilien vermarktet.

„Rückbau bis auf den Rohbau“

Uhde geht davon aus, das er mit seinem Ansinnen Erfolg haben wird, weil es offensichtlich keinen anderen Interessenten für das Gebäude gibt. Dass er die Frist zum Rücktritt vom Kauf verlängern will, resultiere aus einigen unliebsamen Überraschungen, die die Kostenkalkulation für die Immobilie deutlich verändert hätten. War die DIH anfangs noch davon ausgegangen, große Teile der Infrastruktur im Gebäude erhalten zu können, so spricht Uhde jetzt von einem notwendigen „Rückbau bis auf den Rohbau“. Auf die Frage, was dies konkret bedeute, sagte er unserer Zeitung: „Bis auf den Lastenaufzug und die Rolltreppe muss alles raus.“ 

Erhalt des Parkhauses auf der Kippe

Auf der Kippe steht nach seinen Worten auch der Erhalt des benachbarten Parkhauses. Uhdes anfängliche Einschätzung, dass man es sanieren könne, ist inzwischen der Ernüchterung gewichen. „Bohrungen haben ergeben, dass Eisenträger schon stark korrodiert sind“, sagt er.

Nun wird gerechnet, ob ein Neubau möglicherweise kostengünstiger wäre als die Sanierung. „Das hat uns zurückgeworfen“, räumt Uhde ein.

Uhde gibt sich weiter „durchaus optimistisch“

Im gleichen Atemzug lässt er erkennen, weit davon entfernt zu sein, die Flinte ins Korn zu werfen, und bezeichnet seine Herangehensweise nach wie vor als „durchaus optimistisch“. Vom Start weg war ohnehin gesagt worden, dass die Hertie-Revitalisierung nur durch das Einbringen auch öffentlicher Mittel aus der Städtebauförderung gelingen könne. Die konkreten Gespräche darüber, etwa mit dem Land, sollten nach der Bestandsaufnahme erfolgen und stehen nach Informationen unserer Zeitung noch aus.

Eine längere Rückgabefrist würde der DIH auch mehr Zeit in den laufenden Gesprächen mit potenziellen Ankermietern geben. Thema ist da jeweils auch, wer beim Herrichten der Flächen welche Kosten trägt.

„Wir glauben, dass es noch zu bewältigen ist“

„Wir glauben, dass es noch zu bewältigen ist“, sagt Uhde zum Gesamtvorhaben. Über die für die Revitalisierung der Hertie-Immobilie nunmehr notwendige Summe will er öffentlich nicht sprechen, sondern sagt lediglich: „Eine goldene Nase werden wir uns nicht verdienen.“

Wie es konkret mit der Hertie-Immobilie weitergeht, soll Anfang September vor der Presse erläutert werden. Uhde wird dann voraussichtlich gemeinsam mit Oberbürgermeister Axel Jahnz und Wirtschaftsförderer Axel Langnau Rede und Antwort stehen.

 Die Hertie Deutsche Kaufhaus AG hat eine Übersicht zum Status Quo der ehemaligen Hertie-Immobilien in Deutschland erstellt. Darin ist ersichtlich, was mit den ehemaligen Kaufhäusern passiert oder geplant ist.