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Sanierungsgebiet in Delmenhorst Wollepark-Abriss soll schon ab August erfolgen

Von Jan Eric Fiedler, Jan Eric Fiedler | 16.05.2016, 19:46 Uhr

Der Abriss der von der Stadt Delmenhorst ersteigerten Wollepark-Blöcke nimmt konkretere Formen an. Beginn der Arbeiten ist voraussichtlich im August.

Wie die Stadt auf dk-Anfrage mitteilt, ist in der Zwischenzeit die Erstellung des Schadstoffkatasters abgeschlossen. Dabei wurden die im vergangenen Juli von der Stadt erstandenen Immobilien an der Straße Am Wollepark 1 bis 5 sowie das ebenfalls zum Abriss vorgesehene Parkhaus auf dem Gelände auf die verbauten Schadstoffe untersucht. Hierbei wurden laut Stadt asbesthaltige Bauteile, künstliche Mineralfasern (KMF) und PCB-haltige Fugenfüllungen gefunden, die ordnungsgemäß entsorgt werden müssen.

Abrissarbeiten starten mit Entrümpelung

„Demzufolge wird derzeit von einem Abrisszeitraum von sechs Monaten ausgegangen“, teilt Maike Stürmer-Raudszus vom Vorstandsbüro der Stadt mit. Nach heutigem Stand wird der Abrissbeginn voraussichtlich im August sein. Im Januar war noch von einem Start im September ausgegangen worden. Das Konzept zum Abriss sehe vor, dass zunächst mit der Entrümpelung begonnen wird. Im zweiten Schritt würden die Bodenbeläge entfernt werden, bevor anschließend die Entkernung der Gebäude bis zum Rohbau erfolgt. Nach Demontage der Dacheindeckung soll der eigentliche Abbruch der Gebäude mittels einer Betonschere sowie die Separierung und die Entsorgung der Abbruchmaterialien erfolgen.

Abriss kostet 1,3 Millionen Euro

Die Stadt hatte den seit Jahren verwahrlosten Wohnkomplex, der das Bild der Stedinger Straße vor der Bahnlinie prägt, im Juli 2015 bei einer Zwangsversteigerung erstanden . 563.250 Euro hatte sie damals dafür gezahlt, weitere 60.000 Euro bei einer zweiten Zwangsversteigerung für das Parkhaus. Für den Abriss werden weitere 1,3 Millionen Euro eingeplant, von denen die Stadt aber nur ein Drittel selbst tragen muss. Das übrige Geld wird aus Fördertöpfen für Städtebau des Bundes beigesteuert. Seit November ist das Gelände mit einem Bauzaun abgesperrt. ( Weiterlesen: Delmenhorst erhält 2,7 Millionen Euro für Städtebau )

Gewerbe- und Wohngebiet soll entstehen

Was mit dem Gelände passieren soll, hat der Rat der Stadt bereits im Jahr 2012 entschieden. Der Plan sieht vor, im vorderen Bereich entlang der Stedinger Straße Gewerbebetriebe anzusiedeln. Im hinteren Bereich entlang der Straße Am Wollepark soll ein Mischgebiet aus Wohn- und Gewerbeeinheiten entstehen. Nach dem Kauf durch die Stadt war kurzzeitig eine öffentliche Diskussion darum entbrannt, ob die Wohnungen nicht saniert und als Flüchtlingsunterkunft eingerichtet werden könnten. Dies lehnte die Verwaltung aber mit Blick auf den extrem maroden Zustand der Gebäude mit Nachdruck ab.