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Satire in der Markthalle Kabarettisten blicken in Delmenhorst aufs Jahr 2015 zurück

Von Aylin Olcay | 21.01.2016, 15:55 Uhr

Der Flüchtling an sich hat es mit der deutschen Obrigkeitshörigkeit nicht so einfach. Besonders im Osten Deutschlands lässt die Willkommenskultur zu wünschen übrig. Dies bilanzierte das Komikerquintett „Schlachtplatte“ bei seinem Jahresrückblick am Mittwochabend in der Markthalle.

Ausgelassene Stimmung herrschte am gestrigen Abend in der Markthalle. Grund dafür war das kabarettistische Ensemble „Schlachtplatte“ mit seinem Programm „Die Jahresendabrechnung“. Mit musikalischen Einlagen, sarkastischer Stand-up-Comedy und witzigen Gruppenszenen blickte die Gruppe vor rund 200 Zuschauern aufs Jahr 2015 zurück.

Vom FIFA-Korruptionsskandal bis zur griechischen Finanzkrise ließen die Kabarettisten Robert Griess, Jens Neutag, Maria Grund-Scholer und Komiker-Duo Onkel Fisch das Jahr 2015 noch einmal Revue passieren.

Flüchtlingsdebatte thematischer Schwerpunkt

Vor allem die seit Monaten schwelende Flüchtlingsdebatte bildete den thematischen Schwerpunkt des Abends: Es sei gleich, ob der Empfang „mit offenen Armen oder aber mit einer Armlänge Abstand seit Silvester“ ausfalle, für Jens Neutag stehe fest, „auch ein Flüchtling braucht Zeit sich an die deutsche obrigkeitshörige Mentalität zu gewöhnen“. Schließlich drehe sich in Deutschland alles um die liebe Obrigkeit, sei es der Polizist oder der Bademeister, beziehungsweise der „Sonnenkönig der Chlorkaribik“, wie Neutag ihn nannte.

(Weiterlesen: Satire-Menü in Delmenhorster Markthalle mit Links zu Videos der Künstler)

Eine neue Mauer zu Deutschlands Osten?

Klare Worte fand auch der Kabarettist Robert Griess, der sich vor allem über Deutschlands Osten, oder besser die ostdeutsche Willkommenskultur in der Flüchtlingsfrage, amüsierte: 25 Jahre nach dem Mauerfall wollte Griess am liebsten eine neue Mauer hochziehen. Angela-Merkel-Imitatorin Maria Grund-Scholer ließ sich nicht aus der Ruhe bringen: „Wer Waffen exportiert, braucht sich nicht über Flüchtlinge zu wundern.“ Dramatischer seien nun die Umstände für die weibliche deutsche Bevölkerung. Diese müsse sich auf rund 900000 meist männlich Flüchtlinge einstellen – vorwiegend Stehpinkler.