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Schäden ohne Garantieanspruch: Kein Pfusch am Delmenhorster Wasserturm

Von Michael Korn | 10.07.2015, 19:56 Uhr

Risse, bröckelnder Putz – der schlimme Zustand des Delmenhorster Wahrzeichens lässt die Frage nach Pfusch am Bau aufkommen. Die Stadt sieht jedoch keine Handhabe, die letzte Sanierungsfirma in Regress zu nehmen.

Das baufällige Wahrzeichen der Stadt Delmenhorst ist zwar ein Schadens- aber kein Regressfall. Das geht aus einer Antwort der Stadt auf eine entsprechende dk-Anfrage am Freitag hervor. Unter anderem auf der dk-Facebook-Seite war eine Diskussion darüber entbrannt, ob die Risse im Putz des Delmenhorster Wasserturms nicht Gewährleistungsansprüche gegen die letzte Sanierungsfirma auslösen müssten. Die Stadt will zunächst 45000 Euro für eine Schadensermittlung ausgeben.

Wie Stadtsprecher Timo Frers gestern bekräftigte, wurden nach dem starken Sturm Anfang Mai an dem mehr als 40 Meter hohen Turm in der Delmenhorster Innenstadt Risse an der Wetterseite festgestellt. Mit den angemeldeten Haushaltsmitteln solle die Fassade des Wahrzeichens eingerüstet werden. Dann werde der Putz des Wasserturms ganzflächig in Augenschein genommen und auf (weitere) Rissbildungen untersucht, heißt es in der Mitteilung.

Grundlegend saniert wurde die Außenfassade des Wasserturms laut Frers vor 15 Jahren. Die Putzarbeiten seien im März 2000 fertiggestellt worden, die Abnahme sei einen Monat später erfolgt. Laut der damals gültigen Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) sei die Gewährleistung über zwei Jahre gelaufen. „Der seinerzeit verarbeitete Putzmörtel wurde nach historischem Vorbild und Zusammensetzung extra für diese Baumaßnahme angefertigt“, erklärt Frers weiter. Aufgrund des bisherigen Kenntnisstands der Fachverwaltung handele es sich nicht um einen Gewährleistungsfall.

Die Wirtschafts- und Finanzpolitiker des Delmenhorster Rates beraten am kommenden Dienstag, 14. Juli, öffentlich über den Sanierungsfall Wasserturm (17 Uhr im Rathaus).