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Schädlingsbekämpfung in der Stadt Ratten in Delmenhorst: Jeder kann etwas dagegen tun

Von Alexander Schnackenburg, Alexander Schnackenburg | 21.09.2016, 10:24 Uhr

Außer auf Antarktika lebt sie heute auf allen Kontinenten: die Wanderratte. Sie ist in vielen Städten heimisch – auch in Delmenhorst, und zwar „mal in größeren, mal in kleineren Populationen“, teilt der Fachbereich Gesundheit, Verbraucherschutz und Gefahrenabwehr der Stadt mit.

Wie der Name aber schon verrate, zögen die Tiere weiter, werde die Nahrung knapp. Daher könne und sollte jeder Bürger Delmenhorsts seinen Teil dazu beitragen, dass Ratten bei uns nicht überhand nähmen: indem er ihnen keine Nahrung etwa in Form von Abfällen anbiete. Probleme mit Ratten träten vor allem bei Müllcontainern von Restaurants und Imbissbetrieben auf, sofern diese nicht sachgerecht verschlossen würden.

Grundstückseigentümer muss für Rattenbekämpfung sorgen

Zwar lege ein Schädlingsbekämpfungsunternehmen im Auftrag der Stadt regelmäßig Köderfallen auf öffentlichen Flächen, Straßen und an Gewässern aus. Auch werde der Schädlingsbekämpfer informiert, sichteten die Bürger an einer Stelle vermehrt Ratten. Auf Privatgrundstücken aber müssten die Eigentümer den Schädlingen nach Paragraf 2 der Niedersächsischen Rattenbekämpfungsverordung auf eigene Kosten zu Leibe rücken.

Immenses Vermehrungspotenzial

Ratten vermehren sich enorm schnell. Nach Angaben des Niedersächsischen Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit bringt es eine Ratte innerhalb eines Jahres rechnerisch auf 1952 Kinder und Kindeskinder. Unter natürlichen Bedingungen sind es aufgrund einer geringeren Reproduktion immerhin noch 500 Nachkommen innerhalb eines Jahres. Ratten können rund 120 Infektionskrankheiten übertragen. Die Nager fungieren dabei hauptsächlich als Reservoir für Salmonellen oder Viren, die wiederum durch Floh- oder Zeckenbisse auf den Menschen oder auf Tiere übertragen werden können. Aus diesem Grund muss der unkontrollierten Vermehrung der Tiere in Deutschland entgegengearbeitet werden.

Ratten-Hotspot am Delmenhorster Bahnhof

Etwa so, wie es die Deutsche Bahn auf dem Bahnhofsgelände hält. Ähnlich wie die Stadt habe auch die Bahn einen Schädlingsbekämpfer damit beauftragt, dafür zu sorgen, dass sich die Ratten nicht zu stark vermehrten, teilt eine Sprecherin des Unternehmens mit. Denn auf dem Delmenhorster Bahnhof unterhalte die Bahn einen Wertstoffhof, eine Art „Zwischenlager“ für den Müll aus den Abfalleimern auf dem Bahnhofsgelände. Dort müsse man immer mit Ratten rechnen, der Schädlingsbekämpfer sei daher mehrmals pro Jahr vor Ort um klassische Rattenfallen, graue Kästchen, auszulegen. Die Bahn lege Wert auf ein gutes Verhältnis zu den Anliegern des Bahngeländes, so die Sprecherin.

Vergleichsweise wenige Ratten in Delmenhorsts Kanalisation

Auch die StadtWerkegruppe Delmenhorst, zuständig für die Kanalisation, legt Wert auf einen guten Draht zum Bürger – und verhält sich daher ebenso wie Stadt und Bahn: Sie beauftrage in regelmäßigen Abständen eine professionelle Firma mit der Rattenbekämpfung, welche ebenfalls mit Köderfallen arbeite, teilt Pressesprecherin Britta Fengler mit. Zugleich gibt sie allerdings Entwarnung: Es lebten nur vergleichsweise wenig Ratten im Delmenhorster Abwasserkanal. Damit es auch dabei bleibt, bitten die Stadtwerke die Bevölkerung darum, keine Essensreste in Toiletten zu entsorgen.