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Schau im Haus BerGer Delmenhorster Ausstellung zeigt „Musik in Farben“

Von Alexander Schnackenburg, Alexander Schnackenburg | 28.06.2016, 16:04 Uhr

Das HausBerGer zeigt ab Freitag „Musik in Farben“ von Heiko Theenhaus.

Harte Kontraste in Form und Farbe fallen ins Auge. Mehreckige Figuren reihen sich an mehr oder minder runde, geschwungene Linien treffen auf solche, die kerzengerade verlaufen. Doch so abstrakt die Bilder auch erscheinen mögen, beschreiben sie doch Konkretes. „Musik in Farben“ lautet der Titel zur Ausstellung, die der Delmenhorster Heiko Theenhaus bis zum 5. August im HausBerGer zeigt. Die Schau zeigt überwiegend solche Bilder, in welchen Theenhaus bekannte expressionistische Kompositionen, etwa von Igor Strawinsky, gemalt hat, den „Feuervogel“ ebenso wie „Petruschka“ oder auch „ Le sacre du printemps“. Zur Vernissage am Freitag, 1. Juli, 19 Uhr, wird der Galerist Gerrit van Staden in die Schau einführen.

Strawinsky in Endlosschleife

Das HausBerGer lässt jedoch auch jene Gäste nicht mit Theenhaus´ Bildern „allein“, die van Stadens Erläuterungen verpassen. So erklingen im Erdgeschoss in einer Endlosschleife just jene Klänge Strawinskys durch die Lautsprecher, die Theenhaus in Bildern verewigt hat. Sie zeugen von eben jener Dynamik sowie metrischen Gewalt und Präzision, für die Strawinsky während seiner großen expressionistischen Schaffensperiode stand.

Üppiger Einsatz von Acryl und Wasser

Theenhaus hat sämtliche rund 30 Bilder der „Musik in Farben“ unter üppigem Einsatz von Acryl und Wasser gefertigt und dabei bevorzugt mit dem Rakel gearbeitet. Viele Werke sind 100 * 70 Zentimeter groß, andere nur unwesentlich kleiner. Theenhaus bezeichnet seine Malerei als „informell“ oder auch „formenlos“. Er lehne feste Kompositionsregeln und abgegrenzte Formen ab, versuche statt dessen durch frei erfundene Zeichen, Flecken, Strukturen und Linien Gefühle auszudrücken. Auf diese Weise sei es ihm zugleich möglich, in einem einzigen Bild nicht nur einen Augenblick, sondern zeitliche Abläufe darzustellen – wie es etwa für eine Musikkomposition erforderlich sei. Als Vorbilder für die eigene Malerei nennt Theenhaus Emil Schumacher, Karl-Otto Götz und Fred Thieler.

„Wenn der musisch Interessierte beim Anhören der Musik und beim Betrachten meiner Bilder gleichartige Gefühle empfindet, ist die Ausstellung ein Erfolg“, beschreibt Theenhaus den Geist von „Musik in Farben“.