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Schausteller ziehen Bilanz Delmenhorster Weihnachtsmarkt war Publikumsmagnet

Von Thomas Breuer | 23.12.2016, 17:42 Uhr

Die Bilanz nach vier Wochen Weihnachtsmarkt in Delmenhorst fällt für die meisten Beteiligten positiv aus. Für den mittelalterlichen Teil, der am Rand liegt, werden aber Wünsche nach einer anderen Platzierung laut.

 Den Ereignissen in Berlin zum Trotz : Die letzte Before-Christmas-Party am Donnerstag hat dem Delmenhorster Weihnachtsmarkt den wohl größten Besucherandrang während der gesamten Marktdauer beschert. Viele Menschen hätten ausdrücklich den Entschluss begrüßt, den Markt weiterlaufen zu lassen, sagt Andreas Kutschenbauer, seit Jahren einer seiner Aktivposten.

Insgesamt, das steht für ihn außer Frage, haben das vergleichsweise gute Wetter und die in den vergangenen Jahren auf den Weg gebrachten Aufwertungen den von ihm auch insgesamt als großen Erfolg gewerteten Markte wesentlich beeinflusst. Für die Stube und die Sitzfässer seines „Glühwein-Stübchens“ hat der Schausteller schon jetzt diverse Reservierungen für 2017 im Terminkalender.

Überschaubar, gemütlich und familiär

Die über die jüngste Vergangenheit Stück für Stück auf den Weg gebrachten Neuerungen – wie Before-Christmas-Partys, Feuerstellen und Freiverlosung – haben laut Kutschenbauer auch das frühere Herumkritisieren verstummen lassen. Der Markt genieße einen guten Ruf, gelte als überschaubar, gemütlich und familiär.

Weil sich die Leute wohlfühlten, würden sie auch Geld ausgeben, so Kutschenbauer. Das sieht Gerhard Berger, Sprecher der Delmenhorster Schausteller, ähnlich: „Die Delmenhorster haben hier Geld ausgegeben, weil es ihnen das wert war.“

Freiverlosung 2017 wieder später am Tag

Eine Änderung für 2017 ist laut Kutschenbauer allerdings vorgesehen. Die Freiverlosung soll dann nicht erneut um 17 Uhr, sondern wieder später starten . Damit auch die meisten Berufstätigen mit ihren Losen dabei sein können.

Ob der zum Wallplatz gelegene mittelalterliche Teil des Marktes 2017 zum dritten Mal dabei sein wird, scheint indes fraglich. Zeigten sich die dortigen Schausteller im vergangenen Jahr noch sehr zufrieden, fühlten sie sich jetzt weitgehend abgehängt. Der Umsatz sei um ein Drittel schlechter gewesen, schätzt Jens Techentin, der eine Bräterei und eine Bäckerei betrieben hat.

Mittelalter-Leute wollen Veränderung

„Wenn wir nicht einen anderen Platz bekommen, werden wir wohl nicht wieder kommen“, meint der Bassumer und favorisiert die Fläche zwischen Rathaus und Weihnachtsmarkt. Doch die Wochenmarktbeschicker können sich mit diesem Vorschlag nicht besonders anfreunden, reklamieren den Platz für sich. Wegen anderer Festivitäten müsse man ohnehin oft ausweichen, gibt ihr Sprecher Gerold Lintelmann zu bedenken. „Wir beleben mittwochs und samstags die Innenstadt“, sagt er, „werden aber wie Dekoration behandelt.“