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Schlaglöcher noch und nöcher Frost demoliert Straßen in Delmenhorst

Von Yannick Richter | 26.01.2016, 18:58 Uhr

Der Frost der vergangenen Wochen hat auf den Delmenhorster Straßen zahlreiche Schlaglöcher hinterlassen. Wie die Stadt auf dk-Nachfrage bestätigt, werden die Schäden zurzeit begutachtet und nach Prioritäten abgearbeitet.

Trotz des bisher recht milden Winters sind einige Delmenhorster Straßen, wie zum Beispiel die Oldenburger Straße und der Hasporter Damm, von Schlaglöchern und Rissen übersät. „Problematisch ist der ständige Wechsel zwischen Tau und Frost. Wasser kann so immer wieder in kleinste Hohlräume des Asphalts gelangen. Wenn es friert, führt dies dann zur Sprengung. Sobald sich dieser Prozess mehrfach wiederholt und Autos über den gelösten Asphalt fahren, kommt es zu Rissen und Schlaglöchern“, erklärt Dirk Matthies, Abteilungsleiter Verkehr vom ADAC Weser-Ems, die Ursache der Straßenschäden. „Grundsätzlich gilt dabei: Je mehr Wechsel zwischen Frost und Nässe, desto schlimmer sind die Schäden“, fährt Matthies fort.

Bilanz erst Ende März

Die Stadt Delmenhorst ist sich der Problematik der Straßenschäden bewusst: „Eventuelle Unfallgefahren werden stets umgehend beseitigt. Alle anderen Schäden werden begutachtet und nach Prioritäten abgearbeitet“, teilt Timo Frers, Pressesprecher der Stadt, mit. Eine endgültige Bilanz könne die Stadt erst Ende März ziehen, da zunächst noch abgewartet werde, wie sich der Winter und die Straßenverhältnisse entwickeln. (Weiterlesen: Verbesserter Verkehrsfluss an „Jute-Ampel“ in Delmenhorst) 

Budget reicht nicht aus

Gleichzeitig sagt Frers, dass das Budget der Stadt nicht ausreiche, um die Mängel auf den Straßen großflächig ausbessern zu können: „Die finanziellen Mittel zur Unterhaltung des gesamtem Straßennetzes in Höhe von 600000 Euro für rund 360 Kilometer haben sich in den vergangenen Jahren nicht erhöht. Daher werden auch in diesem Jahr lediglich auftretende Unfallgefahren beseitigt werden können.“ (Weiterlesen: Stadt saniert Dwostraße 2016, Syker Straße ist erst 2017 dran) 

Dringende Fälle sofort erledigen

Der ADAC wünscht sich zwar eine grundlegende Sanierung der Straßen, zeigt aber Verständnis dafür, dass die Stadt aus finanziellen Gründen die Schäden nur in Teilen ausbessern kann. „Eine flächendeckende Ausbesserung der Straßen wäre natürlich wünschenswert, ist aber unrealistisch. Wichtig ist, dass unzumutbare Schlaglöcher und die dringendsten Fälle sofort erledigt werden. Priorität haben dabei die Hauptverkehrsstraßen“, stellt Matthies klar. Da die Stadt nicht alle Schäden auf Anhieb beheben könne, aber eine Verkehrssicherungspflicht habe, empfiehlt Matthies, „zumindest mit Kaltasphalt zu arbeiten, um die Schäden provisorisch zu reparieren und den Verkehrsfluss zu gewährleisten“. (Weiterlesen: Linksabbiegeverbot an der Langen Straße fällt weg) 

Eigenverantwortung beim Fahrer

Zudem rät er allen Fahrern, sich im Verkehr besonders umsichtig zu verhalten. „Die Kommunen und Städte müssen zwar für einen reibungslosen Verkehrsablauf sorgen, trotzdem hat jeder Verkehrsteilnehmer eine gewisse Eigenverantwortung. Dies macht sich auch in der nicht eindeutig geklärten Haftungsfrage bei auftretenden Sach- oder Personenschäden bemerkbar“, appelliert Matthies an das Verantwortungsbewusstsein der Verkehrsteilnehmer. (Weiterlesen: Delmenhorster sollen bei neuer B212 mitreden können)