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Schnuppertag in Unternehmen Drei Tage Arbeitswelt zur Probe in Delmenhorst

Von Kai Hasse | 06.11.2017, 17:32 Uhr

23 Delmenhorster Unternehmen werden bis Donnerstag Jugendliche der Oberschule Süd Delmenhorsts aufnehmen. Die Schüler sollen dort in die Arbeitswelt hineinschnuppern können. Sie erhoffen sich Anregungen für ihr Berufsleben.

Einen Schnupperkurs in der beruflichen Zukunft sollen Delmenhorster Schüler in dieser Woche erleben. Etwa 60 Achtklässler aus der Oberschule Süd Delmenhorst werden heute sowie morgen und übermorgen in insgesamt 23 Delmenhorster Betrieben in die Arbeitswelt eintauchen. Das Projekt soll eine „Berufsfelderkundung“ unter dem Motto „Kein Abschluss ohne Anschluss“ sein und wird in der Planung und im Ablauf vom Kultusministerium finanziert.

Ansporn für höheren Abschluss

Acht Mitarbeiter des Unternehmens „GSM Training & Integration“ arbeiteten am Montag die kommende Woche durch: Wer wird wann wo arbeiten, wie kommt er dort hin, und was wird erwartet? Die Schüler, um die 14 Jahre alt, haben zum Teil recht konkrete Vorstellungen: Friseurin will eine werden, ein Schüler Polizist, eine technische Zeichnerin, und einer würde Mechatroniker werden wollen. Das sind zum Teil Wünsche, für die die Schüler einen hohen Schulabschluss brauchen werden. „Manchmal sind die Wünsche der Schüler leider wenig realistisch“, fasst es Maike Schwind, Projektleiterin von GSM, zusammen. Allerdings können solche Erfahrungen und zum Teil Enttäuschungen auch ein Ansporn sein, einen höheren Bildungsabschluss anzustreben. Für ihr Team ist zunächst aber wichtig, dass die Jugendlichen sich sicher aufgehoben fühlen – sie war persönlich in jedem der 23 Betriebe, die die Kurz-Praktikanten aufnehmen, um sich zu überzeugen, dass die Jugendlichen dort Luft in der Praxis schnuppern können. „Sehr beliebt ist beispielsweise das Kfz-Handwerk“, sagt sie. Auf einer Tafel in einem Klassenraum, in dem die Jugendlichen ihre Erwartungen an die kommenden Tage aufgeschrieben haben, prangen als Beispiel vier gemalte Embleme von großen Autoherstellern.

Smartphone soll in der Tasche bleiben

Was die Betriebe erwarten: Jugendliche, die wirklich etwas wissen wollen. Das Smartphone sollen die Schüler um Himmels willen in der Tasche lassen, war eine oft von Schwind gehörte Bitte. Und pünktlich sollen sie sein. Schwind weiß: Es sind nur drei Tage in einem Betrieb, aber: „Trotzdem nehmen die Jugendlichen viel mit, weil es ein überschaubares Zeitfenster ist, in dem die Schüler den Betrieb erkunden.“

Nicht alle finden für die drei Tage genau das, was sie sich erträumt haben. Die, die Friseurin werden will, kommt in eine große Drogerie. Die Jungs, die zu VW, Audi, BMW oder Mercedes wollten, landen bei Mazda, und die Jugendliche, die technische Zeichnerin werden wollte, kommt in eine Bäckerei. Aber sie murren nicht. Auf dem Wandbild mit den Zetteln dessen, was sie von den kommenden Tagen auch von sich selbst erwarten, steht erstaunlich oft: „Freundlich sein“. Und da steht: „Spaß haben“ und die Hoffnung, „nicht nur putzen“ zu müssen. Das Interesse an den inhaltlichen Tätigkeiten der Berufe ist also da.