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„School‘s Out“ in Delmenhorst Weniger Jugendliche feiern feucht-fröhlichen Ferienstart

Von Britta Buntemeyer | 22.07.2015, 18:26 Uhr

Während über 230 Schüler der jüngeren Jahrgänge am Mittwoch bei den „School’s Out Games“ mit viel Action in die großen Ferien gestartet sind, trafen sich die älteren Jugendlichen auf der Burginsel, um auf die sechswöchige freie Zeit anzustoßen. Die Stimmung war friedlich und angenehm, wie auch Frank Böttger von der Polizei bestätigte.

Die Beamten hatten ein wachsames Auge auf das Geschehen, kontrollierten gemeinsam mit dem Kriminalpräventiven Rat (KPR) stichprobenartig. In den vergangenen Jahren trafen sich immer weniger Jugendliche zum Anstoßen auf der Burginsel. Etwa 90 hatten sich etwa eine Stunde nach Schulschluss versammelt, im vergangenen Jahr waren es 150.

Gegenveranstaltung zum „Massenbesäufnis“

Vor einigen Jahren hatte der KPR aufgrund der vermehrten „Schnapsleichen“ Anrufe erhalten. Das konnte so nicht weitergehen, wie Klaus Seibt von der AG Gewalt im KPR berichtet. Damals habe das Treffen auf der Burginsel noch einem „Massenbesäufnis“ geglichen. „Es ging uns auch darum, die Jüngeren zu erreichen und davon abzubringen“, so Seibt. Als Alternative für die Klassen 5 und 6 wurde das Fußball-Turnier „School’s Out Soccer“ in Zusammenarbeit mit den Schulsozialarbeitern ins Leben gerufen, das in diesem Jahr erstmals als „School’s Out Games“ zum spaßigen Wettkampf eingetragen wurde. Denn an zeitgleichen Angeboten mangelte es seinerzeit. Sport als Alternative zum Alkohol bewährte sich.

Bullenreiten im Stadion

Im Stadion stand so am Mittwoch Bullenreiten-Rodeo, Jakkolo, Kistenklettern, Wikinger-Schach oder Wasserbomben-Pingpong auf dem Programm. 78 Teams gingen bei den „School‘s Out Games“ mit jeweils drei Teilnehmern an den Start, um einen Parcours mit 14 Stationen zu absolvieren. Die Teams, die mindestens zwölf Stationen schafften, nahmen an einer Verlosung teil. Als Hauptpreis gab es Freikarten für den Heidepark Soltau. Das bisherige „School’s Out Soccer“ hat eine Neuerung erfahren. „Wir wollten auch den Schülern etwas bieten, die sich nicht für Fußball interessieren“, so Ralf Kronhardt, Sozialpädagoge an der Hauptschule West und bei der Jugendhilfe-Stiftung tätig. Die „School’s Out Games“, die laut Kronhardt gut angenommen wurde, könnten auch im kommenden Jahr wieder als Spiel-Parcours angeboten werden.

Stadt war auf Burginseltreffen vorbereitet

Auf der Burginsel geht es weder Polizei noch KPR oder den Vertretern der Stadt und der Anonymen Drogenberatung (drob) darum, die Jugendlichen am Feiern zu hindern. „Wir sind keine Kontrollfreaks“, betont Ute Lameier vom gesetzlichen Jugendschutz. „Die Jugendlichen sollen feiern, aber es solle nicht ausarten“. Laut KPR-Geschäftsführerin Ruth Steffens hat sich die Trinkkultur im Laufe der Zeit geändert, was auch der präventiven Arbeit der drob in den Schulen zu verdanken ist. Auf das traditionelle Treffen auf der Burginsel jedenfalls war die Stadt auch in diesem Jahr vorbereitet. Mehrere Mülltonnen wurden aufgestellt, und für den Notfall stand ein Krankenwagen bereit.

T-Shirts für Sport-Asse gefragt

Ein Renner war auch wieder die jährliche T-Shirt Aktion von Intersport Strudthoff: 500 Shirts hatte das Geschäft für Schüler bereitliegen, die eine Eins in Sport geschafft haben. Zahlreiche Sport-Asse eilten schnell in die City, um eines der begehrten Kleidungsstücke zu ergattern.