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Schüler für integrierte Gesamtschulen Jugendliche kritisieren städtische Pläne für Schulen

Von Sonia Voigt | 18.01.2019, 20:22 Uhr

In einer gemeinsamen Stellungnahme lehnen Kinder- und Jugendparlament und Stadtschülerrat alle von der Stadtverwaltung vorgeschlagenen Varianten für die Schulentwicklung „aufs Schärfste“ ab. Sie befürchten eine Zweiklassengesellschaft.

Eine Bevorzugung bestimmter Schulformen, die in eine „Zweiklassengesellschaft“ mündet: So sehen das Delmenhorster Kinder- und Jugendparlament und der Stadtschülerrat die Vorschläge der Stadtverwaltung für den Schulentwicklungsplan. In einer gemeinsamen Stellungnahme betonen beide, dass sie jede der von der Verwaltung vorgeschlagenen Varianten „aufs Schärfste ablehnen“. Stattdessen sprechen die Schüler sich – nach dem Motto „Entweder alle oder gar nicht“ – dafür aus, alle Schulen der Sekundarstufe I in integrierte Gesamtschulen umzuwandeln. Aber nur, wenn das garantiert für alle Schulformen gelte.

Vereinheitlichung befürchtet

Hinter den Vorschlägen der Verwaltung vermuten die Schüler das Ziel der Vereinheitlichung, mit Gymnasien und Oberschulen als einzigen Schulformen. „Was die Oberschule als bessere Schulform qualifiziert, die ein spezielles Vorrecht zu genießen scheint, ist uns nicht verständlich, da die Ursprungsidee der Integrierten Gesamtschule (IGS) deren Zweck besser und zielgerichteter erfüllt“, vergleichen die Jugendlichen. Zudem hinterfragen Jugendparlament und Stadtschülerrat, warum die Verwaltung zwischen Haupt- und Realschule einerseits und Oberschule andererseits ein Spannungsverhältnis sehe, zwischen Oberschule mit Gymnasialzweig und Gymnasium aber nicht.

Gegen Bevorzugung des Gymnasiums

Eine Bevorzugung des Gymnasiums an der Willmsstraße sehen die Schülervertreter auch in Raumfragen. Zum einen kritisieren sie, dass der Standort Lilienstraße der Realschule Delmenhorst als Außenstelle für das Willms-Gymnasium angedacht wird, obwohl er dessen Raumbedarf nicht langfristig decken kann. Zum anderen stört die Jugendlichen die Formulierung der Stadtverwaltung, dass eine „Herrichtung“ des Standorts Lilienstraße für das Gymnasium nötig ist, obwohl dieser der wohl beste Standort der Realschule Delmenhorst sei.