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Schüler inszenieren Wedekind „Maxe“-AG begeistert mit „Frühlings Erwachen“

Von Dirk Hamm | 28.05.2016, 17:59 Uhr

Die Mitglieder der Musiktheater-AG des Max-Planck-Gymnasiums haben sich in diesem Schuljahr an das einstige Skandalstück aus wilhelminischer Zeit, „Frühlings Erwachen“ von Frank Wedekind, herangewagt. Rund 150 Zuschauer sahen am Freitagabend im Kleinen Haus eine fulminante Premiere.

1891 veröffentlicht und erst 1906 uraufgeführt, konfrontiert das gesellschaftskritische Drama eine Gruppe von pubertierenden Jugendlichen mit den Folgen sexueller Verklemmtheit und der Intoleranz der Erwachsenen. Die Inszenierung von Kristina Köhne und Anders Becker wusste zweieinhalb Stunden lang zu fesseln und arbeitete den Druck, den die Jugendlichen aufgrund der damals vorherrschenden bürgerlichen Moralvorstellungen aushalten mussten, glänzend heraus.

Ausgewählte Songs schlagen Bogen zur Gegenwart

Eine hinzugefügte Rahmenhandlung und die 13 geschickt ausgewählten Songs zumeist aus dem Repertoire deutschsprachiger Pop- und Rockmusik stellten den Bezug zur Gegenwart her. Von den chansonartigen „Illusionen“ Alexandras über die mitreißende Auuforderung „(You Gotta) Fight For Your Right (To Party)“ bis zum eindringlichen „Mein Name ist Mensch“ der Politrocker Ton, Steine, Scherben lieferten Band und singende Darsteller starke Nummern aus verschiedenen Genres ab, um die jeweiligen Stimmungen zu unterstreichen und die Spielhandlung zu kommentieren.

Verdiente Ovationen für alle Akteure

So machten viele Kontraste den Reiz der Aufführung aus. Etwa, wenn auf eine tragisch-berührende Selbstmordszene der ins Absurde gesteigerte, satirische Auftakt des dritten Akts die Verlogenheit des verknöcherten Lehrerkollegiums seziert. Am Ende durften alle Beteiligten inklusive der Band und des Teams hinter der Bühne die verdienten, minutenlangen Ovationen des begeisterten Publikums genießen.

Weitere Aufführungen sind am Mittwoch, 1. Juni, sowie Freitag, 3. Juni, jeweils 19 Uhr, geplant.