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„Schuhe an und ab vor die Tür“ Die besten Laufstrecken für die Region Delmenhorst

Von Daniel Niebuhr | 13.04.2015, 21:30 Uhr

Das dk hat eine kleine Auswahl von Streckenempfehlungen der Lauf-Experten zur Vorbereitung auf den Burginsellauf zusammengestellt. Dabei sind Klassiker und Geheimtipps.

Robert Oestmann ist Läufer durch und durch. Und irgendwie auch Romantiker. Wenn er an seinen Sport denkt, ist der Pressesprecher des Lauftreffs Ganderkesee kaum zu bremsen. Das Schönste und Einfachste, was es gibt, sei das, sagt er: „Schuhe an und ab vor die Tür. Laufen kann man überall auf der Welt.“

An manchen Orten läuft es sich allerdings unbestritten angenehmer als an anderen. Glücklicherweise bieten Delmenhorst und das Umland unzählige malerische Strecken, um sich auf den Burginsellauf am 20. und 21. Juni vorzubereiten – oder einfach das Wetter zu genießen. Der Klassiker für Läufer aller Leistungsstufen sind in Delmenhorst ohne Zweifel die Graftanlagen. Die traumhafte Umgebung der Burginsel bietet für jeden etwas; von der kurzen, 1,205 Kilometer langen Runde, die auch beim 24-Stunden-Lauf absolviert wird, bis zur etwa dreimal so langen Strecke durch die Außengraft werden Anfänger ebenso bedient wie erfahrene Läufer. „Die Graft ist wunderbar. Man kann sich seinen Weg aussuchen“, sagt Birgit Woltjen-Ulbrich, die als Vereinschefin des Laufclubs 93 Delmenhorst den Burginsellauf mit organisiert.

Von der Graft zur „Mili“

Wer es sich zutraut, kann von dort aus noch weitere Touren starten. An der Delme entlang führt der Weg bis zum Delmegrundsee, der ehemaligen Militärbadeanstalt, die im Volksmund „Mili“ genannt wird. Hin und zurück kommen dabei immerhin knappe fünf Kilometer zustande. „Ich würde aber darauf achten, mich nicht zu übernehmen. Als Anfänger kann einem der Spaß vergehen, wenn man zu früh an seine Grenzen stößt“, sagt Oestmann und empfiehlt erst einmal kurze Strecken, auf denen dann mehrere Runden gelaufen werden: „Im Kopf sieht man sich ja schon den Marathon laufen, bevor man überhaupt die Schuhe gekauft hat. Aber man muss immer realistisch bleiben.“

Der Dauerbrenner für ihn und seine Lauftreff-Kollegen ist der Tiergarten an der Oldenburger Landstraße Richtung Ganderkesee. Vor allem für unerfahrene Läufer bietet der mit 33 Hektar überschaubare Wald Vorteile. Dank der vielen Abzweigungen lässt sich die streckenmäßige Belastung bestens dosieren. Ein kleiner See und die Welse, die durch den Tiergarten fließt, bringen etwas Abwechslung fürs Auge. „Besser geht es nicht“, findet Oestmann, der sich dort auch mit seinem Team auf den Burginsellauf vorbereitet. „Das Schöne für Anfänger ist auch: Es gibt direkt einen Parkplatz, der Weg zum Auto ist kurz.“

Tipp: Bekannte Strecke andersherum laufen

Als Ganderkeseer kennt er auch die den als „Härtels Fuhren“ bekannten Wald sehr gut, an dessen Rand die Anlage des Reitervereins Ganderkesee am Donnermoor liegt. Dreimal in der Woche startet der Lauftreff dort sein einstündiges Training; oft geht es um den Wald herum. Eine andere attraktive und gut bekannte Adresse im Landkreis ist der Hasbruch zwischen Hude und Ganderkesee. Der 627 Hektar große Wald beherbergt nicht nur diverse Naturdenkmäler, sondern auch ein Netz aus gut zu Laufstrecken kombinierbaren Wegen, in die man zum Beispiel von der Straße Am Forsthaus am westlichen Rand aus einsteigen kann.

Etwas dichter an Delmenhorst – am nördlichen Rand von Heide – liegt der Moorgrabendeich, der zwischen der Schönemoorer Landstraße und der Stedinger Straße verläuft. Der Weg führt durch das Naturschutzgebiet Hemmelskamp. „Es gibt wahrscheinlich noch hunderte weitere Strecken“, glaubt Oestmann. Aber auch ein Läufer hat nur begrenzt Zeit. Außerdem, sagt er, muss man nicht unbedingt den Ort ändern, um Abwechslung zu bekommen: „Laufen Sie einfach die gleiche Strecke mal andersherum. Sie werden manchmal denken, dass sie noch nie dort gewesen sind.“

Er läuft selbst beim Burginsellauf übrigens in der Mannschaft „Halbe Rentner“, die größtenteils aus Lauf-Laien besteht. Um Ergebnisse geht es dabei nicht, nur um das Event. „Wir zelebrieren einfach das Laufen. Ich will das genießen“, sagt der Ganderkeseer: „Es ist ja letztlich egal, wo man landet – jeder, der das durchzieht, ist ein Held.“