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Schulleitung betont Raumbedarf Diskussion um Flüchtlinge in Delmenhorster Schule

Von Katja Butschbach | 12.01.2016, 18:39 Uhr

In der Oberschule Süd in Delmenhorst könnten Flüchtlinge untergebracht werden: Die Schule erklärt, dass sie die Räume benötigt; in Elternkreisen gibt es offenbar Besorgnis.

Im Außenstandort der Oberschule Süd an der Königsberger Straße könnten Flüchtlinge untergebracht werden: Ein Gespräch zwischen Schule und Verwaltung dazu soll es am Donnerstag, 14. Januar, geben. „Entschieden ist noch nichts“, erklärte Schulleiter Hergen Hillje am Dienstag auf dk-Nachfrage zum aktuellen Stand. Wie Schul-Fachbereichsleiter Arnold Eckardt sagte, hängt von diesem Gespräch einiges ab: Tendenziell gehe es aber mehr um das Wie als um das Ob der Flüchtlingsunterbringung in der Oberschule Süd. Ergebnissen wolle er aber nicht vorgreifen.

Offenbar Sorge in Elternkreisen

Aus einem dem dk zugegangenen anonymen Schreiben geht hervor, dass es in Elternkreisen offenbar Sorge über eine mögliche Flüchtlingsunterkunft in der Schule gibt: Es wird darum gebeten, „keine arabischen jungen Männer“ in der Schule unterzubringen, sondern Flüchtlingsfamilien – oder alternativ den Schulstandort komplett an den Brendelweg zu verlegen. Bei Hillje sind in dieser Richtung noch keine Anfragen von Eltern eingegangen – es sei allerdings wünschenswert, dass Eltern mit solchen Sorgen zunächst zu ihm kommen.

Befürchtungen an anderen Schulen ausgeräumt

Zu den Vorbehalten der Eltern erklärte Eckardt, dass es an anderen Schulen in Delmenhorst ebenfalls Befürchtungen gegeben habe, „im Augenblick aber alles positiv“ verlaufe. Die räumliche Nähe zur Schule sei zum Beispiel an der Sporthalle am Stubbenweg ebenfalls gegeben; dort nutze man die Mensa gemeinsam, wenn auch zu unterschiedlichen Zeiten. Die Sporthallen an der Lessingstraße (Mosaikschule) und an der Holbeinstraße (Schulzentrum West) seien weitere Beispiele. „Wir haben das Ziel: keine Flüchtlinge in Zelten.“

Am 18. Dezember von den Plänen erfahren

Wie viele Flüchtlinge wann in die Schule ziehen könnten, ist laut Eckardt noch nicht klar. Angedacht sei, den vorderen Teil der Schule abzutrennen. In der Schule sind bereits ein Sprachkurs für Flüchtlinge und eine Kleiderkammer untergebracht.

Hillje hatte von dem Vorhaben der Stadt, drei Klassenzimmer und die Küche im Außenstandort für die Flüchtlingsunterbringung zu nutzen, am 18. Dezember vergangenen Jahres erfahren. Am 14. Dezember hatte es bereits ein Vorgespräch gegeben, in dem der Schulleiter auf den Platzbedarf in der Schule hinwies.

Flüchtlingskinder müssen integriert werden

Die Kinder aus Flüchtlingsfamilien müssen, so der Schulleiter, integriert werden, Sprachförderung ist ebenfalls erforderlich – eine große Aufgabe, für die auch Räume notwendig seien.

Über 200 Schüler im Außenstandort

Etwas mehr als 200 Schüler gehen im Außenstandort zur Schule, 380 besuchen den Hauptstandort am Brendelweg. Da die Schule Flüchtlingskinder aufnimmt und mit dem Wegfall der Förderschulen auch Inklusionskinder an die Schule kommen, steige die Schülerzahl wieder, erläuterte Hillje. Laut Eckardt wird unter anderem dies beim Gespräch am Donnerstag Thema sein.

Elternrat am Donnerstag dabei

In das Gespräch ist laut Hillje auch der Elternrat eingebunden. Bauarbeiten für die Unterbringung für die Flüchtlinge auf dem Schulgelände habe es in den Ferien nicht gegeben.

Umzug ist denkbare Lösung

Als Lösungsvorschlag sieht der Schulleiter einen auch im anonymen Schreiben erwähnten Umzug aller Schüler an den Hauptstandort als möglich an: „Eine Außenstelle ist nie vorteilhaft“, so der Schulleiter. Am Brendelweg müsse dann entsprechend aufgestockt werden. Es sei erstrebenswert, alle Schüler an einem Standort zu haben. Ein solches Vorhaben ist laut Eckardt allerdings „nicht ad hoc“ umzusetzen.