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Schulpolitik in Delmenhorst Lehrer-Gewerkschaft applaudiert dem Rat

Von Kai Hasse | 11.11.2018, 11:55 Uhr

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, in der Lehrer organisiert sind, hält den Schulentwicklungsplan der Stadt Delmenhorst für bemerkenswert und gut. Der Plan der Stadt reagiere sinnvoll auf Veränderungen in der Schullandschaft.

Die GEW begrüßt das Vorhaben von Rat und Verwaltung Delmenhorsts, die Schulentwicklungsplanung voranzutreiben. Das schreibt Peter Pielok von der Interessenvertretung. Bemerkenswert an den Vorschlägen der Verwaltung ist, dass es im Rathaus denkbar geworden ist, nicht allen Schularten eine Bestandsgarantie zu geben.“ So werde auf Veränderungen in der niedersächsischen Schullandschaft sowie auf Veränderungen in der Schülerschaft reagiert, meint er.

Neue Schularten im Nachteil

Derzeit gibt es den Plan der Stadt, Haupt- und Realschule zu einer Oberschule mit gymnasialem Zweig zusammenzulegen. Peter Piolek meint dazu, allen an Bildung Beteiligten müsse klar sein, „dass die Hauptschule, die Realschule und das Gymnasium von heute nicht länger die Schulform aus der eigenen Schulzeit oder die der Großeltern ist“. Die Hauptschule sei bereits fast verschwunden, „oder soll man besser sagen, sie hat einen neuen Namen bekommen: Oberschule.“ Eltern wünschen sich nach Ansicht Pieloks eine gute Bildung für ihre Kinder. „Das ist naheliegend und verständlich. In der Regel wünschen sie, dass ihre Kinder eine Schulform besuchen, die sie auch selber besucht haben oder eine Schulform mit höherer Qualifikation bzw sie wünschen eine Schulform, die einen Abschluss bietet, der auf einen bestimmten Berufsweg hinführt.“ Und Schulformen, die zu Zeiten der Eltern noch nicht bestanden haben, seien bei dieser Auswahl im Nachteil – nämlich beispielsweise eine Oberschule mit oder ohne gymnasialem Zweig. Es werde Aufgabe der Stadt sein, eine Schulentwicklung auf den Weg zu bringen die heutigen pädagogischen und wissenschaftlichen Standards entsprechen und die eine hohe Akzeptanz bei den Eltern finden. Dabei dürften die Schüler, die laut Pielok wenig Einflussmöglichkeit bei den Entscheidungen haben, nicht vernachlässigt werden.

Alle sollen an einen Tisch

Mit der Freigabe des Elternwillens – also der Entscheidung, auf welche Schule ein Kind kommt – seien viele spätere Wechsel beispielsweise vom Gymnasium auf Realschule oder von der Realschule auf Oberschule programmiert. Pielok dazu: „Die Delmenhorster Schulentwicklungsplanung wird nicht die Quadratur des Kreises leisten müssen, sondern sollte Pädagogik, Wissenschaft, Eltern, Schulleitungen und Kollegien, Schüler, Parteien und Gruppierungen an einen Tisch bringen um transparent zu einer Lösung oder Lösungen der Delmenhorster Schullandschaft zu kommen.“