Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Schutz vor Diebstahl Delmenhorst: Tönnjes stellt neuartiges Autokennzeichen vor

Von Frederik Grabbe | 14.06.2016, 09:48 Uhr

Eine Chip-gestützte Technologie in Autokennzeichen soll künftig Diebstähle von Kennzeichen und Autos eindämmen helfen. Der Delmenhorster Schilderfabrikant hat nun ein neues System vorgestellt.

160000 Auto-Kennzeichen werden in Deutschland im Jahr gestohlen, 400 am Tag. Diese Zahlen der Allgemeinen Versicherungs-AG (ARAG) sind Anlass für den Delmenhorster Schilderfabrikanten J.H. Tönnjes, ein neuartiges Autokennzeichen auf den Markt zu bringen. Der Diebstahl eines Kennzeichens habe weitreichende Folgen, so das Unternehmen in einer Mitteilung. „Dazu gehören Behördengänge und Kosten bis zu 100 Euro für den Ersatz.“ Handele es sich um ein Wunschkennzeichen, seien die Kosten sogar noch höher. Zudem bleibe die alte Kennung für fünf Jahre gesperrt.

Nutzung von geklauten Kennzeichen erschweren

Abhilfe soll ein neues System aus Kennzeichen und Hologramm-Aufkleber machen. Die sogenannte „IDePLATE“ ist ein Autokennzeichen mit sogenannten RFID-Chip. Der Aufkleber namens IDeSTIX wird an der Windschutzscheibe befestigt. Beide Träger enthalten eine einmalige Identifikationsnummer des Fahrzeugs. So soll die Nutzung der geklauten Kennzeichen erschwert werden. Denn zum Beispiel klauten Schilderdiebe Kennzeichen, um an Tankstellen Benzin zu entwenden und unerkannt zu fliehen. Wäre eine entsprechende Leseeinheit installiert, beschreibt Tönnjes-Pressekontakt Sarah Werner, könnte sie den Chip am Kennzeichen auslesen. Stimmen seine Daten dann nicht mit denen im Aufkleber überein, ist der Dieb ertappt. Zudem könne der Chip im Kennzeichen mit entsprechender Ausrüstung geortet werden – dies sei mitunter für Autoflotten von Unternehmen interessant, so Werner. (Weiterlesen: Warnstreik trifft Delmenhorster Tönnjes GmbH)

Unternehmen fordert landesweite Debatte

Mit diesem System ließe sich auch der organisierte Diebstahl hochwertiger Fahrzeuge bekämpfen, nennt der Tönnjes-Geschäftsführer Dietmar Mönning einen weiteren Nutzen. Um dieses System flächendecken einzuführen, müsse Deutschland nun eine Debatte starten.

TEASER-FOTO: