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Schutzgebiete werden zum Problem Mehr Mitglieder: Fischerei erlebt Aufschwung in Delmenhorst

Von Johannes Giewald, Johannes Giewald | 25.06.2017, 11:28 Uhr

Fischerei erfreut sich in Delmenhorst steigender Beliebtheit. Der Fischereiverein, einer der größten Vereine der Stadt, bekundete am Samstag bei seinem Stiftungsfest in Lemwerder eine stetig steigende Mitgliederzahl. Doch wo dürfen sie in Zukunft noch angeln?

Immer mehr Schutzgebiete, immer weniger Raum zum Fischen für die Mitglieder des Delmenhorster Fischereivereins: So sieht das Schreckensszenario für die Angler aus. Hintergrund ist das EU-Schutzgebietssystem „Natura 2000“, ein zusammenhängendes Netz von Schutzgebieten, das auch in Delmenhorst – so fürchten die Fischer – ausgeweitet werden könnte.

Vereinsvorsitzender Detlef Roß nennt einen Anteil von 85 Prozent als schlimmsten Fall für die Angler. „Wir Angler sind die ersten Naturschützer am Wasser“, betonte der Vorsitzende am Rande des Gründungsfestes in Lemwerder, „wenn alles ausgesperrt wird und Beschränkungen gemacht werden, dann wird das kritisch.“

Einsatz für die Renaturierung

In allen Gewässern in Delmenhorst, die nicht in privater Hand sind, dürfen die Mitglieder des Vereins ihrem Hobby nachgehen. Dazu verfügt der Verein über drei eigene Fischereizonen, drei Seen in Stuhr, Hude und Dingstede. Auch in der Ochtum dürfen die Fischer ihre Ruten auslegen. „Wir sind ständig daran interessiert, unsere Gewässer zu erhalten“, sagte Roß.

Für die Renaturierung und das Einsetzen von neuen Fischen, den sogenannten Besatzungsmaßnahme, gibt der Verein jährlich 25.000 bis 30.000 Euro aus. Eingesetzt werden nur Arten, die in den hiesigen Gewässern natürlich vorkommen. Auf der anderen Seite wurden zum Beispiel in der Delme Kiesbette angelegt, um Lebensräume für bestimmte Arten zu verbessern.

Nachwuchs eher klein

Wenn weniger Gewässer zur Verfügung stehen, die für die Angler erreichbar sind, könnte es eng werden an den Angelplätzen. Denn die Zahl der Vereinsmitglieder steigt an: „Seit gut zwei bis drei Jahren ist ein stetiges Wachstum festzustellen“, sagte Roß. Dennoch haben die Fischer ein Nachwuchsproblem, denn der Anteil der Jugendlichen fällt mit 50 bis 80 Jungfischern im Verhältnis zu knapp über 1000 Vereinsmitgliedern dann doch gering aus.

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