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„Schwierig, mit ihm umzugehen“ Fall Stöver beschäftigt Delmenhorster SPD weiter

Von Thomas Breuer | 23.06.2015, 19:16 Uhr

Der SPD-Ortsverein Bungerhof-Hasbergen wird am Donnerstag, 25. Juni 2015, einen neuen Vorsitzenden wählen – und damit die zehnjährige Ära Jürgen Stöver endgültig ausklingen lassen.

Der bisherige Amtsinhaber und Ratsherr hatte (wie berichtet) am 21. Juni seinen Austritt aus der Partei erklärt und war damit einem drohenden Parteiordnungsverfahren gegen ihn zuvorgekommen. Die SPD-Geschäftsstelle informierte er laut Unterbezirksvorsitzender Gabi Baumgart parallel: „In einem Einzeiler“.

Bedauern über Sitzverlust

Stöver hatte erklärt, sein Mandat nicht zurückzugeben, sondern im Rat zu bleiben. Baumgart bedauert den Verlust des einen Sitzes für ihre Partei, sagt über Stöver aber auch: „Es war schon schwierig, mit ihm umzugehen.“

Verfahren wegen öffentlicher Vorwürfe

 Das Parteiordnungsverfahren sollte wegen mutmaßlicher öffentlicher Vorwürfe Stövers gegen andere Sozialdemokraten in die Wege geleitet werden. So habe er gegenüber einer Person behauptet, Oberbürgermeister Axel Jahnz würde „Geld verschieben“. Auch weitere örtliche Funktionsträger der Sozialdemokraten soll er in diesem Gespräch verunglimpft haben.

Der Oberbürgermeister hatte einen Teil der Gesprächsprotokolle im Rat vom 11. Juni öffentlich gemacht. Stöver sprach daraufhin von einer Vorverurteilung und sagte, er sei parteiintern zuvor nicht über die Vorwürfe informiert worden.

„Das ist stumpf gelogen“

Dazu sagte Baumgart auf Nachfrage unserer Zeitung: „Das ist stumpf gelogen.“ Bereits am 1. Juni sei in einer Fraktionssitzung im Beisein Stövers über die Vorwürfe gesprochen worden, er habe dazu aber nicht Stellung bezogen. Ebenso sei einen Tag später während einer Sitzung des SPD-Unterbezirksvorstands darauf eingegangen worden, an der Stöver allerdings nicht teilgenommen habe.

SPD-Fraktionsvorsitzende Andrea Meyer-Garbe sagte, sie bedauere, dass durch Stövers Austritt das parteiinterne Verfahren nicht zum Tragen gekommen sei. Und weiter: „Ich hätte es lieber gesehen, wenn das Mandat zurück an die SPD gegangen wäre.“

Erstes Parteiordnungsverfahren 2013

Im Übrigen: Schon im Sommer 2013 gab es auf Antrag des SPD-Ortsvereins Deichhorst-Stadtmitte ein Parteiordnungsverfahren gegen Stöver. Damals, heißt es, habe man sich „gütlich geeinigt“.

Stöver kann allein weitermachen oder sich einer anderen Fraktion anschließen. Für eine Nachfrage war er nicht zu erreichen.