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Seit einem Jahr Geschäftsführer Frank Münkewarf leitet das Jobcenter Delmenhorst

Von Marco Julius | 04.05.2016, 08:59 Uhr

Seit rund einem Jahr leitet Frank Münkewarf das Delmenhorster Jobcenter. Zeit für eine Bilanz.

Seit rund einem Jahr leitet Frank Münkewarf das Delmenhorster Jobcenter. Ein arbeitsreiches Jahr, das für den 54-Jährigen nach eigenem Bekunden rasant vorüberzog. Bereut hat er seinen Schritt, nach Delmenhorst zu gehen, nicht. „Man kann wirklich sagen, dass ich hier angekommen bin. Die Arbeit macht mir großen Spaß“, sagt er.

Sein erstes Jahr begann mit einer Revisionsüberprüfung, wie sie alle drei Jahre ansteht. Nicht eben das, worauf man sich freut wie aufs Christkind. „Für mich aber war das ein gutes Entrée. So wusste ich sofort, wo wir stehen.“ Fachlich gut aufgestellt, lautete das Fazit, auch im Vergleich mit dem Bundesschnitt. Münkewarf hat die ersten Monate genutzt, um sich einen Überblick zu verschaffen, um Leute an den Schnittstellen kennenzulernen, den Austausch zu suchen. „Delmenhorst ist hervorragend vernetzt, wir als Jobcenter haben gute Kontakte etwa zur Stadtverwaltung, zur Polizei, zum Wollepark-Quartier, zur Gemeinschaft Hasport und vielen mehr.“

Menschen in Arbeit bringen, das ist das oberste Ziel des Geschäftsführers. „Die Arbeitslosigkeit hat sich in unserem Bereich positiv entwickelt. Es sind kleine Steps, aber wir bewegen uns“, sagt Münkewarf. 72 Arbeitslose weniger als im Vorjahr, konstante Zahlen bei Bedarfsgemeinschaften und ALG-II-Beziehern: Der Jobcenter-Chef weiß, dass es kleine Schritte sind – und das hinter jeder Zahl Menschen stehen.

Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt integrieren

Bei seinem Dienstantritt war die Entwicklung im Bereich Flüchtlinge noch kaum abzusehen. „Mitte des Jahres kommt der Schwung auch bei uns im Jobcenter an. Wir sind vorbereitet“, sagt er. 4,5 zusätzliche Stellen habe man eigens geschaffen, die sich um Asylbewerber und Flüchtlinge kümmern sollen. Eine Kollegin mit Migrationshintergrund ist darunter, sie spricht arabisch. „Das ist auch ein Stück Willkommenskultur“, sagt Münkewarf.

Als Motivator gefragt

„Als Geschäftsführer bin ich zum Teil auch Hausmeister, ich bin Motivator und vieles mehr“, sagt der Wahl-Stuhrer. Unter den Begriff Hausmeister zählt er unter anderem die notwendige Neuanmietung weiterer Flächen. Zudem habe man Behindertenparkplätze geschaffen, einen Fahrradabstellraum. Die wichtigste bauliche Veränderung aber ist im Foyer entstanden. „Dort haben die Mitarbeiter aufgrund der baulichen Substanz unter einer enormen Geräuschkulisse gelitten. „Ich habe einen Tag dort hospitiert und dann Veränderungen in Auftrag gegeben. Wir haben die Decke tiefer gezogen und die Situation so entscheidend verbessern können.“

Neues Logo entwickelt

Ein neues Logo hat Münkewarf ebenfalls in Auftrag gegeben, in einem kleinen internen Wettbewerb konnten sich Mitarbeiter einbringen. „Ich habe aus eigener Tasche kleine Preise ausgelobt, das kam gut an.“ Am Nikolaustag hat er an alle 160 Mitarbeiter kleine Tüten mit Süßigkeiten verteilt, ebenfalls aus eigener Tasche bezahlt. Als Zeichen des Dankes und als Motivation zugleich. Als Chef übernimmt er Verantwortung, dabei setzt er aber auch die Stärken des Team. „Das ist meine Philosophie.“

Das größte Ärgernis der vergangenen zwölf Monate hat Münkewarf in der Fluktuation unter den Mitarbeitern ausgemacht, eine Folge der Flüchtlingssituation. „Andere Einrichtungen hatten viele Stellen zu vergeben, der Markt an guten Leuten ist satt. Aber wir fangen das auf“, ist Münkewarf sicher. Auch sein zweites Jahr dürfte arbeitsreich werden.