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Serie „So isst Delmenhorst“ Nudeln geben Fitnesssportler Kraft

Von Mareike Bader | 26.07.2017, 09:33 Uhr

Jeden Tag trainiert Robert Koscielak. Kohlenhydrate spielen für seine Ernährung eine wichtige Rolle, außerdem verrät er ein paar Tipps für Sport-Anfänger.

Seit zwölf Jahren trainiert Robert Koscielak im Fitnessstudio. Seine Arme zeigen deutlich, dass der 33-Jährige gut durchtrainiert ist. Sein Körperfettanteil liegt aktuell bei acht Prozent. Normal wären in seinem Alter 18 Prozent – er bewegt sich also im Bereich von Profi-Sportlern.

Das sei genetisch bedingt, betont der gebürtige Pole. Als Jugendlicher war er untergewichtig und schmächtig. Mit dem Fitnesssport begann er, um kräftiger zu werden und Muskeln aufzubauen. Fünf Mal die Woche geht Koscielak ins Fitnesstudio und trainiert dabei eineinhalb bis zwei Stunden. Zwischen den Trainingseinheiten dürfen höchsten 48 Stunden liegen, sagt er und gibt zu: „Das ist auch eine Umstellung für den Tagesablauf.“ Ohne Verständnis des Umfelds sei das nicht möglich.

Kohlenhydrate geben Kraft

Die Ernährung hilft ihm dabei. „Für die Kraft brauche ich Kohlenhydrate“, sagt Robert Koscielak. Beim Bankdrücken im Fitnessstudio stemmt der 84 Kilogramm schwere Mann dann auch mal über 120 Kilogramm – also das eineinhalbfache seines eigenen Körpergewichts. Nudeln isst er sehr gerne und auch Zucker. „So etwas wie ‚böse Kohlenhydrate‘ gibt es nicht“, sagt er zum Hype um eine kohlenhydratarme Ernährung. Allerdings rät er auch dazu, mit den Kohlenhydraten aufzupassen, wenn man abnehmen will.

„Training kann auch süchtig machen“, sagt er. Er erzählt von einer Zeit, als er so muskulös war, dass er den Kopf nicht mehr richtig drehen konnte. Deswegen spielt er zusätzlich zum Fitnesstraining auch noch Tischtennis, um beweglich zu bleiben.

Fitnesssportler isst ziemlich normal

Was er am Tag isst, klingt ziemlich normal: Frühstück mit Käse- und Marmeladenbrot, mittags ein Nudelgericht und abends Fleisch mit Nudeln oder Reis. Wenn er aber erzählt, dass belegte Brötchen „was Kleines“ seien oder er als zweites Frühstück ein Croissant und einen Joghurt esse, schlackern anderen beim Gedanken an den Kaloriengehalt der Mahlzeiten eher die Ohren. „Für mich muss essen auch Spaß machen und schmecken“, sagt Koscielak.

„Ich weiß, dass ich das verbrenne“, betont der 33-Jährige und verweist auf die körperliche Arbeit als Lagerist und Spediteur. Bei Zeitmangel setzt Koscielak gerne mal auf Shakes, die aus Pulver angerührt werden, um seinen Kalorienbedarf zu decken. Wenn er nicht genug esse, nehme er zu schnell ab.

Ernährung nach dem Alltag richten

„Die Ernährung muss an den Alltag angepasst sein“, sagt Koscielak. Es sei ein großer Unterschied, ob man bei der Arbeit den ganzen Tag sitze oder ob man sich viel körperlich bewegt. Ebenso komme es auf den Startpunkt an. Wer eher untergewichtig ist, müsse mehr essen, um Muskeln aufzubauen.

Dabei sei auch genügend Eiweiß in der Ernährung wichtig, besonders aus Fleisch, sagt er. Übergewichtige können und müssen dagegen auf die Reserven der Fettpolster setzen. Der Weg über das Muskelaufbautraining sei aber gleich, egal ob man kräftiger werden wolle oder abnehmen möchte, sagt der 33-Jährige.

Beratung von Trainern nutzen

Robert Koscielak rät besonders Anfängern, sich einen Trainingsplan erstellen zu lassen, etwa im Fitnessstudio. Damit kann ein falsches Training mit zu viel Belastung verhindert werden, das zu Muskelkater führt. Eine falsche Ausführung könne zu Verletzungen führen. Das nehme schnell die Motiviation, wie Koscielak oft beobachtet.

Etwa die Hälfte der Mitglieder beim Easyfitness-Studio am Hasporter Damm, wo Robert Koscielak trainiert, nutze die Mitgliedschaft nicht, schätzt der Fitnesssportler. Dabei führe gerade die Regelmäßigkeit zum Erfolg. „Uns Menschen fehlt die Geduld“, findet der 33-Jährige.